[Travel Guide]
• Malta •
An Island Between Africa and Great Britain

Ja, meine Lieben,

es hat sich schon bestätigt – der November und ich werden einfach keine Freunde mehr. Der Himmel draußen ist genauso grau und trüb wie meine Laune, ich sitze mit Kopfschmerzen und Halsschmerzen im Bett und will eigentlich nur noch Dan & Phils Game-Videos gucken. Aber das geht natürlich auch nicht – es gibt ja so viel zu tun!
Jetzt, kurz nach dem Semesterstart, bin ich wieder voll da – leider. Denn wie das so ist, hat mich das Fernweh nach den ganzen Reisen hintereinander keineswegs verlassen, sondern ist eher noch schlimmer geworden – und die nächsten Wochen sitze ich erst mal in der Uni fest. Wie gut, dass bereits wieder einiges für den Winter und auch für nächstes Jahr geplant ist…
Aber nun zu einer der kontrastreichsten und spannendsten Inseln, die man im Mittelmeer so finden kann: Malta. Nach meinem zweiten Aufenthalt in diesem faszinierenden kleinen Land wird es nun doch Zeit für einen Travel Guide – in diesem Post führe ich euch kreuz und quer über die Insel und ich garantiere euch: nach den Fotos und Tipps seid ihr genauso angefixt wie ich. Und das Schönste: egal zu welcher Jahreszeit, Malta ist immer einen Besuch wert.

 

Wohnen, Essen, Feiern: Sliema & St. Julians

Unser Hotel, das Plaza Hotel, war – genauso wie das Park Hotel bei meinem ersten Aufenthalt vor zwei Jahren – ein nettes Drei-Sterne-Hotel direkt am Felsenstrand von Sliema, das sich mitten im „städtischen Teil“ rund um Valletta befindet. Für uns war das ideal: eine Bushaltestelle genu gegenüber des Hotels, schöne, helle Zimmer, im Gegensatz zum Park Hotel ein annehmbares Frühstück und natürlich das Meer direkt vor der Nase – zum kleinen Preis. Viel günstiger kann man in Maltas Hotels kaum unterkommen, höchstens Airbnb spart noch mehr Kosten. Zum Partyviertel Paceville in St. Julians hatten wir kaum zehn Minuten zu Fuß, der Bus braucht fast genauso lange.  Apropos Bus: außer einem Wochenticket für ebendiesen für 21 Euro und einem Plan dafür braucht man eigentlich nichts, um die ganze Insel zu erkunden. Das Busnetzwerk in Malta ist wunderbar ausgebaut, der zentrale Busbahnhof in Valletta riesengroß und in meinen zwei Reisen habe ich noch keinen Ort gefunden, der nicht in der Nähe einer Haltestelle liegt. Aber erst mal zurück nach Sliema.

 

Sliema an sich ist ein schrecklich touristischer Ort, aber zum Wohnen der zentralste und gleichzeitig günstigste – Hotels, Souvenirläden und Restaurants findet man hier überall. Die winzig kleinen Supermärkte sind eher in den kleinen Gassen versteckt, lassen sich aber ganz schnell an der Hotelrezeption erfragen. Für mich ist das immer das Erste, wenn ich an einem neuen Ort bin: Fanta, Wasser und Kekse kaufen. Als Nächstes gilt es natürlich, die Umgebung zu erkunden. Am Strand waren wir grundsätzlich spätnachmittags und abends, wenn die großen Massen schon wieder weg waren und man ungestört baden konnte – auf den harten Felsen muss man sich seinen Liegeplatz schließlich frei aussuchen können, damit man keine Felsspitzen im Rücken hat 😉 
Wer gerne in Restaurants das lokale Essen genießen möchte oder einfach nur eine Pizza essen will, der ist auch in Paceville nicht verkehrt – hier gibt’s Restaurants und Bistros in allen Preisklassen, und vor allem Gutes und Günstiges für junge Leute findet man rings um die Partystraße Triq Santa Rita fast überall. Ein Geheimtipp: Maltesischer Haseneintopf – stuffat tal-fenek, das ist eines der maltesischen Nationalgerichte. Kein Wunder – schließlich sind Hasen die größten Landtiere, die wild auf Malta leben! Ansonsten empfehle ich euch unser günstiges und gemütliches Abendessen: Picknick am Strand. In den lokalen Pastizzerie, also Bäckereien, in denen man hauptsächlich Pikantes findet, gibt’s drei mit Ricotta gefüllte Pastizzi, das sind traditionelle Taschen aus Filoteig, für unter einen Euro. Oder eine Sausage Roll für einen Euro, dazu ein kühles Kinnie, das ist die original maltesische Limonade aus Bitterorange und Kräutern, und ab damit an den Strand!

Ja, das sind tatsächlich Smartphonefotos, geschossen mit der crappy Kamera vom Xperia Z2 – Schande über mein Haupt!

Zum Feiern ist natürlich Paceville die erste Wahl – im Triq Santa Rita reiht sich eine Bar an die nächste. Egal, ob man jetzt Lust auf einen gepflegten Cocktail, Tanzerei oder Shisha hat, hier findet sich für jeden was – gleichzeitig ist natürlich sehr viel los. Mittlerweile häufen sich auch einschlägige Etablissements, die Gentleman’s Clubs, deren Eingänge versteckt zwischen Bars und Pubs liegen. Mein Tipp in Paceville ist die Fuego Salsa Bar: eine kleine Bar am Ende des Triqs Santa Rita, von deren Dachterrasse aus man einen wunderbaren Blick über Paceville hat. Wer Cocktails oder Shisha – oder beides – möchte, der ist hier auch bedient, und mit einer Happy Hour bis Mitternacht und zwei Cocktails für 6 Euro fällt das Feiern hier absolut günstig aus. Noch schöner finde ich allerdings die Lounge Bar Playa del Sol in der St. Julians Bay – diese Bar befindet sich direkt am Meer und bietet kleine Tischchen am Kai. Auf Teppichen mit einem glitzernden Ausblick auf Sliema und St. Julians sitzen, die Füße ins Wasser hängen lassen und einen Cocktail trinken: kann der Urlaub schöner sein?

Plaza Hotel, Tower Road, Sliema | Fuego Salsa Bar, Triq Santu Wistin, San Ġiljan | Playa Del Sol Lounge & Bar, George Borg Olivier Street, San Ġiljan

The Capital: Valletta

 

Ganz ehrlich: genauso wie Malta ein ziemlich kleines Land ist, scheint auch Valletta nicht wirklich die Größenordnung für eine Hauptstadt zu erfüllen. Dafür ist die Altstadt umso schöner und idyllische kleine Gassen rund um den Hafen machen den planlosen Streifzug zum Abenteuer. Ganz ehrlich – für Valletta habe sogar ich Planungsmensch einmal Google Maps Google Maps sein lassen und habe mit der Kamera und den anderen Straße um Straße erkundet, bis wir irgendwann vom Busbahnhof kreuz und quer durch die Altstadt bis zum Hafen gelaufen waren.

 

Wer nicht nur Sehenswürdigkeiten ansehen möchte, der kann in Valletta auch wunderbar shoppen gehen, direkt am Hauptplatz finden sich Stradivarius, Pull & Bear und Co. und ein wenig weiter draußen gibt’s eine riesige Mall – bei unserem Urlaub haben wir außer Postkarten allerdings nichts gekauft, deswegen kann ich euch über die lokalen Shoppingverhältnisse nicht sonderlich viel erzählen. Dafür mussten natürlich ein paar Fotos bei den englischen Telefonzellen sein, die im sonnigen Malta vollkommen fehl am Platz wirken.


 

Out in the Wild: Faszinierende Natur 


Maltas Natur ist die faszinierendste, der ich je begegnet bin, und für europäische Verhältnisse geradezu exotisch. In den Städten fühlt man sich wie im urbanen Italien oder Spanien – Strandstädte eben, mit diesem typischen Urlaubsfeeling, wisst ihr, was ich meine? Und dann nimmt man den Bus und fährt nur fünf Minuten aus der Stadt raus, in die Mitte der Insel oder in den spärlich besiedelten Süden, und schon ist man in einer komplett anderen Welt. Da sind kleine, sandige Felder, die im Sommer brach und ausgetrocknet in der sonnigen Hitze liegen, mit halbhohen Mauern aus schief aufeinandergestapelten Steinen von den anderen getrennt, dazwischen Feigenbäume und Feigenkakteen, verlassene Häuser und hier und da die ein oder andere Scheune. Dazwischen schlechte Straßen, verschlafene Dörfer, der Bus rumpelt durch die heiße, aber doch so faszinierende Einöde. Und alles ist ruhig.

Gerade an den Dingli Cliffs war die Ruhe nachmittags fast zu greifen, am höchsten Punkt Maltas, über zweihundert Meter ragen die Klippen über das Meer hinaus und wir waren die Einzigen, die hinunterblickten. Ob Wanderung, kurzer Spaziergang oder einfach Verweilen neben der Kapelle an den Cliffs: dieser Ort ist faszinierend, geradezu magisch, und sollte auf jeder To-Do-Liste stehen, falls ihr sowas für euren Urlaub anlegt. Für die Kriminologen unter euch gibt’s auch noch was Spannendes zu entdecken: dieser Grabstein an den Cliffs, über den wir zufällig gestolpert sind, ist ein Gedenkstein für ein Mordopfer, das im Jahr 1992 erschossen an diesem Ort aufgefunden wurde. Der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt – wer hat Lust, im Urlaub Sherlock zu spielen?

Auch schön, aber weniger ruhig: die berühmte Blaue Grotte im Süden der Insel. Acht Euro kostet eine Bootstour quer durch die vielen Höhlen und dauert ungefähr 25 Minuten. Ich war jetzt schon zum zweiten Mal dort und muss sagen: ein drittes Mal würde ich das Geld nicht ausgeben. Viel schöner ist es, eine Bushaltestelle vorher auszusteigen und vom Panoramaweg aus auf die Grotte hinunterzublicken – das sollte man aber nicht in der Mittagshitze tun, viel zu anstrengend. Genau deswegen mussten wir bei diesem Urlaub auch darauf verzichten.

 

Geradezu wahnsinnig überfüllt war die Blue Lagoon auf Comino, der winzigen Nachbarinsel zwischen Malta und Gozo: der einzige Ort auf den Inseln, wo es tropisch türkises Wasser und weißen Sand gibt. Der Ort ist wunderschön zum Baden und zum Entspannen, in der Hochsaison muss man aber schon ganz schön weit rausschwimmen, um nicht von unzähligen Menschen und Ferienbooten umringt zu sein. Gegenüber liegt die gerade mal 0,25 Quadratkilometer große Felseninsel Cominotto, die man schwimmend super erreichen und durch eine mit Wasser gefüllte Schlucht durchqueren kann – auf der anderen Seite warten zerklüftete Felsen und kleine Höhlen, die man als Abenteuerlustiger super erkunden kann. (Man sollte nur in der Nähe von Quallen aufpassen. 😉 Ich wusste nicht, dass Feuerquallenverletzungen beim Zurückschwimmen derart brennen, dass sie den ganzen Arm lahmlegen.)

Das war wohl einer der längsten Posts, die ich je geschrieben habe, aber ich habe den Guide bewusst nicht geteilt – so habt ihr ganz Malta easy-peasy auf einen Blick zusammengefasst. Und dieser Guide wird nicht der letzte bleiben – Paris & Disneyland in 30 Stunden ist schon in Arbeit und auch in Zukunft ist reisetechnisch einiges geplant. So werde ich – Trommelwirbel – Ende November endlich die schöne deutsche Hauptstadt aufsuchen, die ich schon so lange mal sehen möchte. Ich werde dort ein ganzes Wochenende bleiben (haha, Sarkasmus) und mir am 27. November die The Amazing Tour Is Not On Fire von meinen allerliebsten Youtubern Dan & Phil ansehen! Ist das nicht fantastisch? Ich bin sooo aufgeregt! Und natürlich ist die Kamera die ganzen zwei Tage an meiner Seite – freut euch auf meine Berliner Eindrücke!

Cheers!
Eure Marianne

3 Kommentare

  1. Hallo Marianne,
    ein sehr schöner Post 🙂 Ich arbeite im Reisebüro und finde so persönliche Tipps etc. immer besonders schön 🙂 Aber natürlich auch für eigenes Reisen ist das immer klasse..
    Die Bilder gefallen mir auch sehr gut.. ich freu mich auf weitere Urlaubsposts von dir 🙂
    Liebe Grüße,
    Nadja

  2. Ich kenne das leider nur zu gut: auch wenn ich viel unterwegs war in diesem Jahr, das Fernweh hört gefühlt nie auf… kommt immer wieder. Gerade nach dem Heimkommen und zurück im Alltag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.