Writing

{A Novel in 30 Days}
A List of Useful Writing Tools

Griass di!
Meine Lieben,
was für ein Spiel! Was – für – ein – wahnsinniges – Spiel! Ja, eigentlich sollte ich euch jetzt von meinem Schreibprojekt erzählen, aber ich habe mich von diesem irren Viertelfinale gegen Italien auch zwei Tage später noch kein bisschen erholt. Meine Stimme genauso wenig wie meine Nerven.
Finalstimmung!
Was für ein Spiel!
Das ist das Gefühl,
das wir so lange vermisst haben, fiebrige Nervosität über Halbzeiten lang, neu
entdeckte Liebe und kleine Enttäuschungen auf dem geliebten grünen Rasen und
immer diese unerklärliche Euphorie.
Fangesänge,
verhalten und dann zuerst lauter in diesem Raum, in dem wir die Helden auf dem
Screen feiern. Geklopfe auf den Tischen, abgeknabberte Fingernägel und immer
wieder ein Schrei – ob entsetzt oder erleichtert, das ist immer die große
Frage.
K.O. Phase.
Ein Elfmeterschießen
wie verhext, das ist die Krönung der Gefühlswelle – ach was, Welle, das ist ein
Tsunami. Zwischen neu erwachter Hoffnung, schierer Euphorie und dann wieder dem
Entsetzen über die vergebenen Chancen, über unerklärlicherweise gehaltene
Paraden, ja, auch die andere Seite beherrscht das Spiel. Heiser geschriene
Kehlen, die Fäuste am Ende der Nacht müde vom Ballen. Zwischendurch fast die
Gewissheit, jetzt, jetzt muss es vorbei sein, das war es, und dann schießt die
Hoffnung doch wieder scharf ins Eck. Tor, der war drin, weiter geht’s.
Blutdruck schwankt, aber meistens alles auf 180, höchste Anspannung.
Das ist Fußball,
diese Mischung aus Nervenkrise und Zusammengehörigkeit. Was für ein Spiel.
Und heute muss ich mich doch noch ein bisschen ärgern, dass die Herzensmannschaft Island rausgeflogen ist. Aber wie Sigthorsson so schön gesagt hat – vielleicht wäre es ein bisschen zu viel gewesen, die EM gleich im ersten Versuch zu gewinnen. Ich freue mich auf jeden Fall auf die nächste Meisterschaft mit den sympathischen Wikingern.
Aber jetzt zum eigentlichen Thema: heute soll es um ein paar Dinge gehen, die jeden beim Schreiben unterstützen. Ich weiß nicht, wie es euch da geht, das ist bei jedem Schreiber anders – aber eines haben wir wohl alle gemeinsam: wir brauchen Inspiration und Organisation. Und dabei helfen die folgenden Dinge, die ich euch heute mitgebracht habe.

Writeometer: Android App

Das Writeometer ist seit Tag 1 des 40-Days-Projects mein ständiger Begleiter. Diese App ist ein echter Alleskönner für Schreibprojekte: neues Projekt anlegen, Zahl der Wörter und ein Zieldatum definieren und schon kann’s losgehen. Jeden Tag könnt ihr im Writing Log eure erreichte Anzahl an Wörtern eingeben und die Statistiken einsehen. Die App erinnert euch täglich ans Schreiben und bietet dann auch einen Timer, falls ihr eure 1000 Wörter in einer bestimmten Zeit schaffen wollt. Was ich besonders interessant finde: das Belohnungssystem. Für eine bestimmte Anzahl an Wörtern oder eine bestimmte Zeit, die man beim Schreiben verbracht hat (das könnt ihr selbst bestimmen), gibt es sogenannte Guavas, die ihr dann im Anschluss gegen verschiedene selbst definierte Belohnungen eintauschen könnt. Also – 500 Wörter schreiben und dann Facebook checken. 2000 Wörter schreiben und dann eine Folge Game of Thrones schauen – das motiviert tatsächlich.

Pinterest: Writing Board
Wenn ich gar nicht mehr weiß, wie ich weiterschreiben soll. Wenn ich schreiben möchte, aber noch überhaupt keine Ahnung habe, was. Wenn ich zu bestimmten Szenen Inspiration und Tipps brauche. – Das sind so die typischen Fälle, in denen ich erst mal auf Pinterest suche. Mein Writing-Board ist vollgepackt mit Prompts, Tipps für Dialoge und andere Szenen und nützlichen Sheets, mit denen ich meine Geschichten plane. (Wenn man sie denn planen kann.)

Spotify: Inspiration Playlist
Die nächste wichtige, vielleicht wichtigste Inspirationsquelle: Musik. Ohne Musik geht bei mir gar nichts – mit Musik hingegen kann ich überall schreiben, sei es in einem vollen Hörsaal, im Zug oder im Bett. Dabei gibt es vermutlich für jeden andere Kriterien, ich habe aus meinen liebsten Songs zum Schreiben eine Playlist für euch gebastelt. Darunter sind Bands wie Solstafír, Disturbed und Cats on Trees, bunt gemischt für ein bisschen Abwechslung. Auch ein bisschen klassische Musik habe ich dazugemogelt. Und mein neuer Geheimtipp zur Motivation: das Tetris-Theme! Ernsthaft, die Melodie ist derart motivierend, dass man gleich versucht, im Takt zu tippen.

One Page Novel Plot Spreadsheet

Dieses Sheet von e.a. deverell war vor allem in der Vorbereitungsphase mein wichtigstes Tool. Damit habe ich meinen kompletten Plot klar strukturiert und jede einzelne Szene vor dem Schreiben so definiert, dass ich jeden Tag nur kurz nachsehen muss und schon weiß, auf was ich mich heute konzentrieren kann. Gerade bei solchen Projekten, wo man zwischendurch keine Zeit hat, den Plot noch nachzubearbeiten, ist so eine kurz-knackige und klar strukturierte Übersicht gut. 
Die Autorin gibt schon eine grobe Struktur für einen Roman vor und damit auch eine Hilfe, an der man sich entlanghangeln kann: Jeder Roman sollte in verschiedene Zustände aufgeteilt werden können:
  •  Stasis: Eine unbefriedigende Ausgangssituation – zum Beispiel: der Protagonist hat einen deutlichen Charakterfehler. Oder eine ungerechte Welt.
  • Trigger: Ein Auslöser für den Protagonisten, aus dieser Ausgangssituation auszubrechen.
  • Quest: Der Weg des Protagonisten beginnt, er fängt an, seine Aufgabe zu meistern.
  • Bolt: Ein Rückschlag. Zweifel, eine Attacke, egal – irgendetwas passiert, das den Protagonisten aus der Bahn wirft.
  • Shift: Die Läuterung. Der Protagonist beginnt, umzudenken und sich auf das wirkliche Ziel zu konzentrieren.
  • Defeat: Der Bosskampf – und die Guten unterliegen. Alles scheint verloren.
  • Power: Der Protagonist findet etwas in sich selbst, das es doch noch möglich macht, alles zum Guten zu wenden.
  • Resolution: Jetzt ist das Gegenteil der Stasis-Situation erreicht – die finale Auflösung aller Konflikte.
Diese Zustände sind im Spreadsheet einzeln dargestellt und an Beispielszenen veranschaulicht – das liefert noch mal Input für einzelne Szenen. Bei mir ist das jetzt ein einziger Mischmasch aus Deutsch und Englisch, da das Original natürlich in Englisch gehalten ist – das muss man ja nicht so machen. Mit dem eingebauten Word Count lässt sich außerdem im Vorhinein schon abschätzen, wie lang die Geschichte anhand der Anzahl von Szenen werden könnte. Alles in allem: bei Weitem das Hilfreichste, was ich euch zum Plotten empfehlen kann.
Was findet ihr zum Schreiben hilfreich? Wie könnt ihr euch am besten motivieren – egal, o für Texte, Blogposts oder Hausarbeiten? Ich bin gespannt auf eure Tipps!
Ja, still ist es hier geworden in letzter Zeit. Die Prüfungen stehen kurz bevor, und solche Dinge wie das 40 Day Project und die EM nehmen meine ganze spärliche Freizeit in Beschlag. Was auf euch in nächster Zeit noch so wartet: zur Abwechslung mal eine urbane Fotoserie, eins meiner Lieblingsrezepte und bald auch mein Fazit zum Romanprojekt. Stay tuned!

Cheers!
Eure Marianne

Habts es schee!
Marianne

  1. Mir geht es sooooo oft so, dass ich die tollsten Fotos gemacht habe, aber einfach nicht weiß, was ich dazu im Blogpost schreiben soll. Oft hilft mir dabei mich einfach an Fakten zu halten, ohne großes Geschnörkel 😀

    Liebst, Colli
    tobeyoutiful

  2. Sehr interessanter Blog!
    Die Themen, die du behandelst finde ich total interessant.
    Ich habe schon öfters angefangen, einen Roman zu schreiben, aber es scheitert meist am ersten Kapitel, weil ich mir immer denke, dass ich persönlich so etwas nie lesen würde und unzufrieden werde.
    Jetzt, da Ferien sind werde ich das Projekt vielleicht mal wieder in Angriff nehmen und dein Blog wird dann definitiv als Inspiration und Unterstützung genutzt!
    Alles Liebe, Jacqueline.
    dietagtraeumerin.blogspot.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.