Kategorie: Writing

Literatur und Schreiben ist eines meiner großen Hobbys, seit ich zehn Jahre alt bin. Hier gibt es regelmäßige Updates und Anregungen zur Schreiberei sowie Kurzgeschichten und Ausschnitte aus Projekten.

Cinema Love | Filme 2015

Irgendwie habe ich die letzten Monate über den Großteil meines Geldes in Kinokarten angelegt – und das will was heißen. Natürlich nehmen die Wochenenden in meiner Bilanz (hahaha, als hätte ich so was) grundsätzlich einen riesigen Teil ein, aber ins Kino gehe ich da eigentlich nicht so häufig. Mehr auf Partys, ihr kennt das. 
 
Aber ja, lange Rede, kurzer Sinn. In den letzten Wochen und Monaten habe ich im Kino ganze fünf Filme angesehen – mit unterschiedlichsten Resultaten. Und die will ich natürlich mit euch teilen.
 
 
Fifty Shades of Grey ★☆☆☆☆
Also, ich hatte es ja vorhergeahnt. Irgendwie war es von vornherein klar, dass das eine Fehlentscheidung sein würde. Und Recht hatte ich behalten. 
Ihr wisst ja, ich bin ein Fan von allem, was auch nur im Entferntesten mit Action zu tun hat. Das Kriterium hat dieser Film nun sicherlich nicht erfüllt, was mir aber auch vorher schon klar war. Mein Problem mit dem Film war definitiv ein anderes. Auch nicht die Erotikszenen. Die waren zwar teilweise extrem lächerlich, aber auch das war eher lustig als abschreckend. Nein, mein Problem waren die Charaktere. Ein Film mit einem solchen Plot, der schon eher in Richtung Drama geht, verlangt nach ausdrucksstarken Charakteren. Und was bekommen wir hier? Christian Grey, den verwöhnten, weinerlichen Milliardär mit weniger Sexappeal als mein Schreibtisch (sorry, lieber Schreibtisch) und Anastasia Stelle, eine graue Maus, die nichts besser kann, als zu jammern. Sehr toll. Und genau hier sieht man, woher die Trilogie stammt – eine Fanfiction zur Twilight-Reihe. Die gleiche Charakterschwäche konnte man schon bei Stephenie Meyers Schöpfungen Edward Cullen und Bella Swan beobachten und genau die hat E. L. James sowohl in den Büchern als auch im Film mit unglaublicher Treffsicherheit für das Fettnäpfchen übernommen. Schade – mit weniger Gejammer und überzogenem Dramatisieren hätte das sicher ein toller Film werden können. Auch wenn ich dann nach wie vor kein Fan von Handschelle und Kabelbinder gewesen wäre.
 
American Sniper ★★★☆☆
 
Der nächste Film war da schon um Längen besser. Das Drama um den amerikanischen Scharfschützen Chris Kyle, der im Irak mehr als 160 Gegner in den Tod geschickt hat, besticht mit geschickten Psychospielchen und einer gehörigen Portion Krieg. 
Ich muss ja sagen, zwischendrin kam ich mir vor wie bei einer Partie Call of Duty MW3. Jedem von euch, der mit diesem Spiel schon einmal Bekanntschaft gemacht hat, sollten die Nahkampfszenen in den irakischen Wüstenstädten vage bekannt vorkommen. Regisseur Clint Eastwood schafft es aber, diese Klischeehaftigkeit mit den richtigen Szenen sehr spannend zu gestalten – einen Großteil des Films habe ich damit verbracht, nägelkauend auf die nächste unerwartete Bewegung zu warten. Im Kontrast zu den Kämpfen steht Kyles Leben in Amerika mit einer Bilderbuchfamilie – hübsche Frau, zwei Kinder -, das von seinem Kämpferdasein geprägt zusehends ins Wanken gerät. Zwischen den Einsätzen leidet er unter Albträumen, Flashbacks und will nicht wahrhaben, dass er zusehends die Kontrolle verliert. Diese dramatischen Elemente geben dem Film sein Übriges – bis zum traurigen Ende, in dem Eastwood geschickterweise Szenen aus dem Leben des echten Chris Kyle einbaut. Fazit: ein wirklich gelungenes Kriegsdrama, das leider aber stellenweise von amerikanischem Patriotismus trieft – und diese Selbstbeweihräucherung ist in einem solchen Film leider ganz fehl am Platz.  
 
Traumfrauen ★★★☆☆
 
Ja, was soll man dazu sagen? Ein typischer Mädelsfilm. Süß, witzig, und absolut vorhersehbar.
Was mich, wie ich zugeben muss, dieses Mal überhaupt nicht gestört hat. Nach all diesem Drama in American Sniper war die vertraute Welt der romantischen Komödie definitiv eine willkommene Abwechslung. Der Film wartet mit einigen extrem lustigen Elementen auf: der Typ mit zwanzig Hunden in der Wohnung – ich habe noch das „oooooh, wie süß!!“-Gekreische aus dem ganzen Saal im Ohr und ja, ich habe mitgekreischt – , die neue Freundin des Exmanns, die so gar nicht die typische Blondine ist, sondern charaktertechnisch eher an Cindy aus Marzahn erinnert … ja, zum Lachen gab es definitiv so einiges. Und Elyas M’Barek als ungewohnt schüchterner Josef hatte auch so einige Überraschungen parat. Mal abgesehen davon, dass dieser Schauspieler sowieso eine Augenweide sondergleichen ist. Schmacht. Ja, Ladies, das muss ich wohl nicht länger ausführen – die Schwimmbadszene in „Fack Ju Göhte“ kennen wir ja alle schon längst auswendig. Ein Film also für jede von uns, die gerade ein bisschen Lachen in ihrem Leben brauchen kann – und gebt es zu, über den Problemen der Mädels im Film können wir unsere eigenen zumindest doch für zwei Stunden vergessen.
 
Avengers – Age of Ultron ★★★★★
Tja, hier fehlen mir nach wie vor die Worte, meine Lieben. Seit Monaten haben wir diesem Film entgegengefiebert und dann natürlich Tickets für die Premiere im nächsten Kino ergattert. Ich muss zugeben, ich hatte sogar einen Countdown bis zum 23. April auf dem Handy.
Und ja, ja, ja, das Warten hat sich gelohnt. So was von gelohnt. Ich wusste ja vorher schon, dass Drehbuchschreiber Joss Whedon ein Gott mit einem Hang zum Sadismus ist. Diese Meinung hat sich mit dem Film definitiv gefestigt. Und da ich das anders nicht hinkriege: Achtung Spoiler! Ob das jetzt Clint Bartons Familie ist, die ihn so herzerweichend liebt, die Annäherung von Bruce Banner und Natasha Romanoff – zwei kaputte Seelen, die sich gegenseitig wieder ganz machen -, oder der Zusammenhalt zwischen den Maximoff-Geschwistern, die sich den Avengers letztendlich anschließen, das ist ganz großes Kino. Spoiler Ende. Da mögen andere Fans noch so sehr über Whedon schimpfen, die Entwicklung der Charakter hat er mit Bravour hinbekommen. Auch wenn Age of Ultron ein Actionfilm ist – hier kommen die großen Gefühle auf die Leinwand. Und ganz zu schweigen von den futuristischen Technologietricks, die ich gerade als angehende Informatikerin ja extrem spannend finde. Age of Ultron ist ein Erfolg auf der ganzen Linie, und irgendwie kommt es mir so vor, als müsste ich für diesen Film noch einmal ins Kino. Einziger Nachteil: Lieber Joss Whedon. Wo, verdammt nochmal, hast du die After-Credit-Szene gelassen?! Also ernsthaft.
 
The Fast and The Furious 7 ★★★★☆

Zwei Tage nach Age of Ultron ging es schon wieder ins Kino, zu einem der größten Actionfilme dieser Zeit. Ich muss zugeben, ich habe keine Ahnung mehr, welche der Vorgänger ich gesehen habe. Aber ich muss auf jeden Fall alle sechs noch nachholen, denn der siebte war grandios.
Was soll man zu so einem Film sagen? Geiler Plot, geile Charaktere, geile Autos. Natürlich fehlt der Tiefgang, den wir bei Age of Ultron gesehen haben, aber Tiefgang ist nicht gerade Dominic Torettos Stil. The Fast and the Furious sind für ihre Geradlinigkeit bekannt, für ihre Loyalität und für ihr Faible, mal ein bisschen was in die Luft zu jagen. Subtil ist nicht der Stil dieser Charaktere, und genau das macht auch den siebten Film der Reihe aus. Spektakuläre Aktionen – wer springt denn bitte schön sonst mit den Autos aus einem Flugzeug oder jagt ein 400-PS-Auto durch Dubais Skyline? – und immer diese Familienatmosphäre zwischen den Teammitgliedern. Von einem bis zum Ende des Films rätselhaften, aber reichen Menschen auf die Mission geschickt, einen erfolgreichen jungen Hacker zu retten, ist das Team bis zum Ende einig und gerade das ist das Schöne. Dass sich der Hacker inzwischen als Mädchen herausstellt – dafür gibt es einen Extrapunkt. Aus Gründen. Und das Ende, dessen Filmstills inzwischen auf sämtlichen sozialen Netzwerken herumgegangen sind, ist mehr als nur großes Gefühl. Hier spürt man deutlich, dass der gesamte Film eine Hommage an Paul Walker darstellt – herzzerreißend für jeden Zuschauer.
 

Goodbye 2014 – hello 2015

„Und in Sekundenbruchteilen hat sich alles geändert, die Zahlen gekippt und alles wieder auf Null gesetzt. Der Abschied von 2013 ist schwergefallen, doch wir gehen mit der Gewissheit, dass 2014 mindestens genauso furios beginnt.“ – 01.01.2014

Was wirst du an 2014 vermissen?
Die lange glückliche Zeit, die ich hatte und die jetzt wohl endgültig vorbei ist. Einen ganzen Haufen Menschen, der mich in dieser Zeit begleitet hat. Und den Plan, den ich das ganze Jahr über hatte.

„Ich sollte strahlen wie ein Reaktor heute, in dieser Nacht. Und was tue ich stattdessen? Wieso bin ich so todunglücklich? Alles scheint aus dem Ruder zu laufen.“ – 09.02.2014

Was hast du verloren oder gefunden?
Verloren: die Ruhe, die ich bisher immer hatte. 2014 hat mir einen großen Teil meiner Energie geraubt, all die schönen Momente und vor allem die Reisen haben viel Kraft gekostet.
Gefunden: Menschen, nach denen ich lange gesucht hatte. Eine tolle Freundin. Die genialste Reisegruppe dieses Planeten.

„Sitzen herzhaft gähnend auf den unbequemen Stühlen am Gate, umgeben von
Duty Free und Lautsprecherlärm. Die Müdigkeit lähmt uns, aber sie ist es, die
uns das halb irre, leise Kichern schenkt, das halblaut durch die Halle tönt. Wo
sind die Tränen und die Wut der vergangenen Tage hin? Wie in Luft aufgelöst,
nichts bleibt unter dem müden Ritalin, das uns betäubt. Nur die Erinnerungen an
gestern, und das Lächeln.“- 23.04.2014

Was war dein glücklichster Tag?
Davon gibt es so viele. Vielleicht der letzte Abend der Studienfahrt nach Malta. Oder der Tag in Paris. Wer weiß? Glück mit Glück zu vergleichen ist nie einfach.

„Wir finden die Zeit nicht mehr, die eigentlich unsere beste sein sollte. Sekunden jagen dahin und wir hinterher, ohne zu wissen, wohin wir eigentlich so verzweifelt rennen. Ja, wir schreiben unsere eigenen Drehbücher, doch wir finden die Bühne nicht mehr.“ – 02.07.2014

Was war der traurigste Moment?
Definitiv Silvester. Ein ungünstiger Zeitpunkt für die Einsicht, dass alle Mühen nicht gereicht haben und Wege sich trennen werden.

„Wir fangen Glücksmomente im Papier und sperren sie in Computern ein. So süchtig sind wir nach den alten Tagen, dass selbst ein fader Abglanz davon das Lächeln zurück in unsere Gesichter klebt.“ – 28.09.2014

Worauf bist du stolz?
Das kann ich gar nicht so genau sagen. Vielleicht meine Leistungen, dass ich es geschafft habe, viele meiner Vorstellungen zu realisieren.

„Wir stolpern durch die Tage, anstatt sie zu leben. Graue Novembertage, und das Gemüt so wie die Nächte dazwischen. Wir hangeln uns an To-do-Listen entlang und fügen Punkt um Punkt hinzu, anstatt sie endlich loszulassen.“ – 11.11.2014

Was wünschst du dir im Jahr 2015?
Auf jeden Fall, dass das Jahr besser wird als sein Start. Dass ich die Schule endlich hinter mir lassen kann und das tun, was mich glücklich macht. Und ein guter Abiturschnitt wäre auch nicht verkehrt, oder?

Fragen von Karla, die Idee mit den Zitaten von Anneke. Alle Zitate sind aus meinen eigenen Texten.

Short Story – The Day The Music Died

„Kennst
du diese Tage?“, fragt sie schläfrig und streckt sich wie eine Katze. „Diese
Tage, an denen einem nichts und niemand etwas anhaben kann? In denen die
gläsernen Gedanken plötzlich zu Holz werden?
Er
mustert sie amüsiert und streicht ihr die wilden, kastanienbraunen Locken aus
dem Gesicht. „Warum ausgerechnet Holz?“
„Holz
ist fest. Warm. Stabil. Und es schützt“, murmelt sie in das Kissen hinein, die
Stirn gerunzelt, als wäre das ganz offensichtlich. Draußen pfeift der Winterwind
unermüdlich um das Haus und schleudert nadelfeine Regentropfen vor sich her.
Er
springt auf und starrt nachdenklich aus dem Fenster. „Ja“, sagt er zerstreut,
„die Tage kenne ich.“

„Du
kanntest sie“, sagt sie, plötzlich aufrecht dasitzend und die Stimme hölzern,
aber nicht die geringste Wärme liegt darin. „Du kanntest sie, aber jetzt kennst
du sie nicht mehr, denn jetzt, jetzt kommt der Winter und vor dem Winter
hattest du schon immer Angst. Du hast Angst vor der Kälte, weil du dann merkst,
dass du eigentlich fliehen willst. Und du merkst, dass du schon längst auf der
Flucht warst und es immer sein wirst; wovor, das weißt auch du nicht. Das weiß
niemand.“ Und jetzt wird ihre Stimme brüchig, als er immer noch am Fenster
steht und hinaussieht; nein, er sieht sie nicht an, als sie weiterspricht. „Und
eigentlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis du von hier verschwindest
und alles mitnimmst; deine ewigen Fragen und dein Stummsein und deinen Geruch
und – “ und weiter kommt sie nicht, denn er wirbelt genauso schnell herum, wie
er aufgesprungen ist, und sie denkt, jetzt verschwindet er. Jetzt geht er
einfach und sie sieht ihn nie wieder, nie wieder der Blick voller Fragen und
die Taschen voller Sorgen. Aber er packt sie am Arm und sie zuckt zurück und da
küsst er sie einfach, stürmischer als je zuvor. Er, der Meister der
Zurückhaltung. Und als sie sich von ihm löst, verwirrter als je zuvor, sieht er
sie an mit einem Blick, den sie nicht kennt. Keine einzige Frage steht darin,
und er ist nie ohne Fragen.
„Du
bist meine Flucht“, haucht er und streicht federleicht über die Gänsehaut an
ihren nackten Armen. Streift ihren Hals mit seinen Lippen, beinahe beiläufig,
und sie lässt es geschehen. „Wie kann ich noch fliehen, wenn du das Einzige
bist, was mich noch interessiert?“, flüstert er und sie erschauert unter seinen
Berührungen, aber die Winterkälte bleibt draußen vor den Mauern, und
vielleicht, vielleicht sind die Gedanken heute doch aus Holz.
Und
später, als die Regentropfen wie Paukenschläge auf die Dachfenster donnern und
der Tee zimtige Schwaden in der Luft verbreitet, sieht er sie an und lächelt
leicht, nur dieser eine Mundwinkel millimeterbreit nach oben gezogen. „Verrat
mir nur eins – wie könnte ich jemals wieder fliehen? Wie könnte ich vor dir
davonlaufen? Du kommst mir nicht ab und zu in den Sinn. Du wohnst darin.“ Und
sie sitzt nur da, starrt in ihren Tee und spürt noch immer seine Lippen auf
ihrer Haut. „Du hast immer Fragen gestellt. Fragen über Fragen.“
„Die
stelle ich mir immer noch“, gibt er zu und streicht mit den Fingerspitzen über
die feinblauen Äderchen an ihren Handgelenken; gerade so, als wolle er
sichergehen, dass sie noch da sind. „Ich stelle mir tausendundneunundneunzig
Fragen, und die meisten davon kann ich nicht einmal aussprechen.“
„Fragen
ohne Worte“, murmelt sie und nippt an ihrem Tee, der so gar nicht nach dem
Sturm draußen schmeckt. „Stell sie mir“, sagt sie. Ganz plötzlich, und jetzt
redet sie, ohne nachzudenken. „Stell mir jede einzelne und ich schwöre, ich
finde dir eine Antwort darauf.“
Er
lächelt, diesmal ein richtiges Lächeln. Eines, das bis zu den Fragen in seinen
Augen hinaufreicht und den Sommer wieder in sein Gesicht zaubert. „Und da
glaubst du, ich müsste vor dir flüchten?“
Die
Erkenntnis tropft in ihr Gesicht, sie öffnet die Lippen zu einem kirschroten
Halbmond und endlich, endlich versteht sie. „Du suchst die Antworten. Du rennst
den Antworten hinterher.“
„Natürlich“,
flüstert er, ganz nah an diesem verheißungsvollen Halbmond, und er küsst sie
sanft, während draußen die ersten Schneeflocken zu fallen beginnen. 

Fernweh. Klappe die Dritte. [Karla]

Layla hat mich gebeten, einen Artikel über Fernweh zu
schreiben, um auf ihrem Blog die Urlaubszeit ein wenig zu überbrücken. Danke an
der Stelle! (:
Für einige Themen muss man recherchieren, um einen Artikel über sie schreiben
zu können. Manche müssen das sicherlich auch zu diesem. Fernweh – ein
Mysterium? Unbekannt? Das mag für den ein oder anderen die Realität sein. Für
mich ist sie das nicht. Wer von klein auf des Öfteren weit weg war, der weiß,
wie wunderschön es ist, etwas Neues zu sehen, wovon man bisher nur gehört und
geträumt hat, oder ein Land, eine Stadt, einen Platz an den das, die oder den
man gerne zurückkehren würde. Reisen machen das möglich. Sie sind eine Methode
der Befreiung – plötzlich ist man weg von all dem, was einen belastet und
stört, man trifft auf etwas Anderes. Diese Reisen müssen nicht einmal lang oder
weit sein, sich in den Zug zu setzen und in eine andere Stadt zu fahren kann
schon den Drang, einfach zu verschwinden und wo anders aufzutauchen,
besänftigen.
Aber wovon träumt man? Was vermisst man? Vermutlich muss das
jeder für sich selbst beantworten. Für mich ist es der Wunsch, dem Alltag zu
entkommen. Es ist ganz nett hier, lässt sich gut leben, keine Frage… Es gibt
so viel mehr! Mentalitäten, Landschaften, Gebäude, Essen, Wetter, Klima, Shops,
Geschichten… Überall unterscheiden sie sich von denen, die mich in diesem
Moment umgeben. Und nach einer Zeit am gleichen Ort kommt der omnipräsente
Gedanke auf, einen Unterschied, zwei drei oder mehr um mich zu haben. Ich will
weg, und zwar andauernd. Das Wissen, dass all das, wovon man träumt, im selben
Moment woanders existiert, lässt einen Drang entstehen, den Gedanken zu folgen.
Leider ist das nicht immer möglich – ein Hoch auf Verpflichtungen und Finanzen
– weshalb Fotos, Berichte, Filme etc. Abhilfe leisten müssen. Für den Moment
ist man der derzeitigen Umgebung tatsächlich etwas entfernt, aber sobald man
auch mental wieder aus dem Tagtraum erwacht, ist der Drang wieder da, und er
wird stärker. Und man will wieder weg. Wohin auch immer.
Ich persönlich träume oft von den USA. All die durch die
Medien geförderten Klischees interessieren mich, die Sprache ist toll und es
gibt so viel zu sehen. Glücklicherweise kann ich in diesem Sommer endlich mal
dorthin, und schauen, in wie weit Träume im land of dreams Realität sind oder
werden können.
Wenn man nicht mehr über die momentane Umgebung, sondern nur
noch glücklich an eine andere denkt – das ist Fernweh.
Woran denkt ihr?
LG Karla
Ich ersticke momentan förmlich im Stress. Die liebe Karla, deren Post in den Ferien krankheitsbedingt leider ausfallen musste, hat ihn mir noch zugeschickt und ich kann gar nicht sagen, wie froh ich darüber bin. Applaus und viele, viele Herzchen, bitte!

Fernweh. Klappe die Zweite. {Anneke}

Während Layla im Urlaub ist, sitze ich hier in Deutschland und warte auf die lang ersehnten Ferien. Dieses Jahr wird es für mich vermutlich keinen Urlaub geben, höchstens in Balkonien. Doch auch dort kann es sehr schön sein. Trotzdem sitze ich an meinem Laptop und lese Reiseberichte von anderen Bloggern, schaue mir wunderschöne Urlaubsbilder an und träume von fremden Orten.
Ich liebe das Reisen. Neue Länder und Kulturen entdecken und tolle Fotos machen. Es ist schön einfach mal für ein paar Tagen dem Alltag zu entfliehen und sich aufzumachen, um neue Welten zu erkunden. Als Layla mich fragte, ob ich ein Beitrag zum Thema „Fernweh“ verfassen möchte, war der Zeitpunkt mehr als perfekt. Aktuell stecke ich mitten in der Planung für eine Reise. Eine Reise in ein fernes Land. Israel. Doch davon soll dieser Post nun nicht handeln. Stattdessen will ich euch von den Orten erzählen, bei denen mich ständig das Fernweh plagt.
Israel ist wohl aktuell der schlimmste Fernwehfaktor von allen. Wenn man sich stark mit dem Land auseinandersetzt und häufig sehr positive Berichte hört, wird der Drang das Land besuchen zu wollen immer größer. Ich glaube, dass kennen die meisten von euch. Unsere Schule bietet uns zum Glück die Möglichkeit eines Austausches.
Ein weiterer Ort ist Rom. Die Leser meines Blogs wissen vermutlich, dass ich erst letztes Jahr dort war, doch diese Stadt ist einfach toll. Eine so malerische Großstadt ist mir selten untergekommen. Es ist einfach wunderschön dort und immer eine Reise wert.
Es ist erst zwei Monate her, dass ich und zwei Freundinnen gemeinsam eine Reise nach Paris planten. Natürlich nicht um diese tatsächlich anzutreten, einfach aus Spaß. Ich war noch nie in dieser Stadt und ich beneide Layla dafür, dass sie die Möglichkeit hat sich dort aufzuhalten. Auch wenn ich häufig schlechtes von dieser Stadt höre, möchte ich unglaublich gerne einmal dort hin.
New York, Washington D.C., Los Angeles. Die Liste der Städte in Amerika, die ich gerne einmal sehen würde ist lang. Vermutlich ist das Land so anziehend, weil es so weit weg ist. Und natürlich, weil sämtliche Serien und Filme irgendwo in Amerika spielen.
Auch in London war ich bereits einmal, doch ich würde immer wieder hinfahren, wenn ich die Gelegenheit bekommen würde. So sauber wie London ist vermutlich keine andere Großstadt. Es ist unglaublich. Zudem liebe ich die vielen alten Gebäude, die unendliche vielen Sehenswürdigkeiten, von denen ich bis jetzt nur einen Bruchteil sehen konnte, und den Flair, den dieses Stadt hat.
Fernweh kann durch vieles ausgelöst werden. Durch Erinnerungen an alte Besuche, durch Filme, durch Erzählungen, durch Bilder, aber auch durch Bücher. Vor einiger Zeit las ich mal ein Buch über eine Marokkoreise. Seitdem habe ich das große Verlangen mir dieses Land einmal selbst anzusehen.
Nun kommt mein einziger Fernwehfaktor aus Deutschland. Vermutlich ist er auch der Größte. Denn keine Stadt konnte mich bis jetzt so faszinieren wie München. Ich kann nicht einmal genau sagen warum. Dieses Fernweh geht sogar so weit, dass ich beschlossen habe eines Tages in diese Stadt zu ziehen. Bis dahin träume ich weiter und überrede meinen Vater dort wieder mit uns Urlaub zu machen.

Fernweh. Klappe die Erste.

Die nächsten zehn Tage bin ich nicht hier, ich reise einmal quer durch Frankreich. Angefangen vom Elsass über Paris und die Loire bis hin in die Bretagne. Die Kamera ist schon bereitgestellt und freut sich auf neue Herausforderungen im Bereich Reisefotografie – genauso wie ich. So viele neue Erfahrungen und Orte, die ich unbedingt mit euch teilen muss.

In der Zwischenzeit werde ich von zwei wunderbaren Bloggerinnen vertreten, Anneke und Karla. Die beiden stellen uns ihre Gedanken und Worte zum Thema „Fernweh“ vor und ich bin wirklich froh, die beiden hier begrüßen zu dürfen. Also … ein Applaus für die beiden, in wenigen Tagen kommt der erste Artikel!

short story • I Used To Cry

Die Luft riecht nach Freiheit, Salz verfängt sich in den Haaren und auf den Lippen. Kühler Sand knirscht unter den nackten Füßen und schmiegt sich weich ihrer rauen Oberfläche an. Heute brennt keine Sonne auf der ausgelaugten Haut, heute streicht ein frischer Wind über das Gesicht und die Wellen rauschen grau und aufgebracht ans Ufer. Es ist kein schöner Tag, doch es ist ein Tag, an dem die Gedanken weit fort fliegen, von der Brise mitgetragen werden und schlussendlich zwischen all den chaotischen Molekülen verblassen. Nicht schön, nicht strahlend, doch perfekt. Leise Worte fliegen zwischen den wenigen hin und her, die das ehrfurchtgebietende Schauspiel der Wellen mitansehen. So vertraute Laute, und doch so fremd. Die melodiösen Klänge lösen bittersüße Gedanken aus. Es ist schön, wieder hier zu sein.
Ja, was hat der Text vom Meer mit den Bergen zu tun? Nicht viel, nur dass beides in Frankreich ist. War ein kleiner Anfall von Heimweh nach meinem zweiten Zuhause.

Bloginterview – Anneke von „herzballon“

Heute gibt es ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk für euch, liebe Leser. Die wunderbare Anneke vom Blog „herzballon“ hat sich bereiterklärt, sich von mir vorstellen zu lassen. Ihr Blog ist eine kunterbunte Ansammlung aus vielen Fotos und Themen und definitiv einen Klick wert!
 
 
* Zuerst die Standardfrage, die wohl jeder einzelne Blogger schon zigmal beantwortet hat: Wie lange bloggst du schon und wie hat das Ganze angefangen?
Ich blogge seit dem 1.1.2012. Am Silvesterabend habe ich mit drei Freundinnen gefeiert. Damals las ich hin und wieder ein paar Blogs und zeigte meinen Freundinnen einen Post. Plötzlich meinte eine von ihnen, dass wir das auch könnten. Also setzten wir uns am nächsten Morgen zusammen und erstellten unseren eigenen Blog. Das Problem bald war, das uns dieses Hobby unterschiedlich wichtig war. Irgendwann hatten die anderen dann keine Lust mehr und wir löschten den Blog. Schon wenige Monate später fehlte mir das Bloggen. Es hat einfach so Spaß gemacht. Im August postete ich dann das erste Mal auf meinem aktuellen Blog „herzballon“.

 * Als Bloggerin schreibst und fotografierst du ja gerne. Was von beidem ist dir lieber und warum?
Fotografieren ist mir lieber, da bin ich ganz ehrlich. Beim Schreiben fehlen mir so oft die Worte, um das auszudrucken was ich meine. Zudem wird beim Schreiben oft alles auf den Autoren selbst bezogen. Den Menschen fällt es wohl leichter bei Fotos davon auszugehen, dass der Fotograf nicht immer sich selbst und seine Gefühle darzustellen.

* Was die Fotografie anbelangt – mit welchem Equipment arbeitest du?
Ich fotografiere mit einer Canon Eos 500D. Zumindest hauptsächlich. Als Objektiv besitze ich momentan nur mein Standardobjektiv. Für diese Kamera habe ich auch einen Selbstauslöser. Wenn ich nicht so viel Platz in der Tasche habe, nehme ich meine Canon IXUS 115HS mit. Wie ihr seht bin ich ein Canon-Mädchen. Auch meine analoge Kamera ist eine Canon. Zudem besitze ich eine nicht so häufig genutzte Polaroid images system und eine Unterwasserkamera (Solaris digital 525). Zum Bearbeiten nutze ich überwiegend Photoshop CS6.

* Was ist dir bei anderen Blogs wichtig und was kannst du gar nicht haben?
Wenn man Fotos einbindet, sollte man zumindest eine Digitalkamera nutzen. Ich weiß, dass nicht jeder im Besitz einer Spiegelreflexkamera ist, aber Handyfotos sind meistens Qualitativ zu schlecht. Natürlich auch nicht immer, aber meistens. Zudem ist mir wichtig, dass man sieht, dass der Blogger Spaß an der Sache hat. Schrecklich finde ich zu viel Werbung und Blogdesigns mit zu vielen Mustern.

* Wie verbringst du deine Freizeit am liebsten, wenn du nicht gerade bloggst?
Wenn ich nicht blogge, fotografiere ich viel. Ich treffe mich gerne mit Freunden und unternehme gerne etwas. Aber ich mag es auch einfach mal zu entspannen, zu lesen oder zu schreiben. Sportlich bin ich als Tänzerin und Volleyballerin unterwegs.

* Was ist dein Lieblingszitat?
Das ist meine Lieblingsfrage, aber über mein eigenes Lieblingszitat habe ich noch nie nachgedacht.
Ich finde „All was well.“, der letzte Satz der Harry- Potter-Reihe ist ein sehr schönes Zitat. Meine Leser wissen, dass ich mir diesen Spruch gerne tätowieren lassen möchte. Der Satz an sich ist ja schon sehr positiv, aber wenn man an Harrys Leben denkt, dann finde ich es sehr aufmunternd wenn selbst bei ihm alles gut wird.

* Was hast du für 2014 vor – blogtechnisch und allgemein?
Ich möchte…
…auf mehr Konzerte und Festivals gehen.
…weiter an meinem Projekt „101 in 1001“ arbeiten.
…mehr Fotos machen und diese posten.
…Erfolg haben in der Schule.
…gesund sein.
…Leute glücklich machen.

* Und weil dieses Interview ja als verfrühtes Weihnachtsgeschenk für die liebe Leserschaft dient – wie verbringst du deine Feiertage? Hast du schon konkrete Pläne für die Ferien?
An Weihnachten mache ich immer dasselbe. Heiligabend holen wir meine Oma, dann gehen wir in die Kirche und essen abends lecker. Danach ist Bescherung, natürlich mit Würfeln. Die anderen zwei Tage besuchen wir meine anderen Verwandten. Meine Ferien habe ich noch nicht verplant. Lediglich Silvester habe ich mir schon etwas vorgenommen. An dem Tag feiere ich mit Freunden bei einem Freund.

* Was wünscht du dir zu Weihnachten?
Damit ich hier niemanden mit Dingen wie Weltfrieden und Gesundheit nerve, ich glaube diese Wünsche sind normal, nenne ich meine materiellen Wünsche. Ich wünsche mir ein Makroobjektiv, eine Uhr von Marc Jacobs und so vieles mehr. Natürlich soll das nicht alles zu Weihnachten kommen, das wäre zu viel verlangt.

 * Und zu guter Letzt – was wünscht du der Bloggergemeinschaft zu Weihnachten?
Ich wünsche allen Bloggern und Lesern frohe Weihnachten und hoffe, dass alle eine besinnliche Zeit haben.
 
* Genau dasselbe wünsche ich dir auch, Anneke, und bedanke mich hier noch einmal dafür, dass ich das Interview mit dir führen konnte!
 
 
Im Gegenzug dazu wurde ich auf ihrem Blog ebenfalls vorgestellt, das Interview findet ihr hier.
 
Das Copyright der Bilder liegt bei Anneke.