Cinema Love | Filme 2015

Irgendwie habe ich die letzten Monate über den Großteil meines Geldes in Kinokarten angelegt – und das will was heißen. Natürlich nehmen die Wochenenden in meiner Bilanz (hahaha, als hätte ich so was) grundsätzlich einen riesigen Teil ein, aber ins Kino gehe ich da eigentlich nicht so häufig. Mehr auf Partys, ihr kennt das. 
 
Aber ja, lange Rede, kurzer Sinn. In den letzten Wochen und Monaten habe ich im Kino ganze fünf Filme angesehen – mit unterschiedlichsten Resultaten. Und die will ich natürlich mit euch teilen.
 
 
Fifty Shades of Grey ★☆☆☆☆
Also, ich hatte es ja vorhergeahnt. Irgendwie war es von vornherein klar, dass das eine Fehlentscheidung sein würde. Und Recht hatte ich behalten. 
Ihr wisst ja, ich bin ein Fan von allem, was auch nur im Entferntesten mit Action zu tun hat. Das Kriterium hat dieser Film nun sicherlich nicht erfüllt, was mir aber auch vorher schon klar war. Mein Problem mit dem Film war definitiv ein anderes. Auch nicht die Erotikszenen. Die waren zwar teilweise extrem lächerlich, aber auch das war eher lustig als abschreckend. Nein, mein Problem waren die Charaktere. Ein Film mit einem solchen Plot, der schon eher in Richtung Drama geht, verlangt nach ausdrucksstarken Charakteren. Und was bekommen wir hier? Christian Grey, den verwöhnten, weinerlichen Milliardär mit weniger Sexappeal als mein Schreibtisch (sorry, lieber Schreibtisch) und Anastasia Stelle, eine graue Maus, die nichts besser kann, als zu jammern. Sehr toll. Und genau hier sieht man, woher die Trilogie stammt – eine Fanfiction zur Twilight-Reihe. Die gleiche Charakterschwäche konnte man schon bei Stephenie Meyers Schöpfungen Edward Cullen und Bella Swan beobachten und genau die hat E. L. James sowohl in den Büchern als auch im Film mit unglaublicher Treffsicherheit für das Fettnäpfchen übernommen. Schade – mit weniger Gejammer und überzogenem Dramatisieren hätte das sicher ein toller Film werden können. Auch wenn ich dann nach wie vor kein Fan von Handschelle und Kabelbinder gewesen wäre.
 
American Sniper ★★★☆☆
 
Der nächste Film war da schon um Längen besser. Das Drama um den amerikanischen Scharfschützen Chris Kyle, der im Irak mehr als 160 Gegner in den Tod geschickt hat, besticht mit geschickten Psychospielchen und einer gehörigen Portion Krieg. 
Ich muss ja sagen, zwischendrin kam ich mir vor wie bei einer Partie Call of Duty MW3. Jedem von euch, der mit diesem Spiel schon einmal Bekanntschaft gemacht hat, sollten die Nahkampfszenen in den irakischen Wüstenstädten vage bekannt vorkommen. Regisseur Clint Eastwood schafft es aber, diese Klischeehaftigkeit mit den richtigen Szenen sehr spannend zu gestalten – einen Großteil des Films habe ich damit verbracht, nägelkauend auf die nächste unerwartete Bewegung zu warten. Im Kontrast zu den Kämpfen steht Kyles Leben in Amerika mit einer Bilderbuchfamilie – hübsche Frau, zwei Kinder -, das von seinem Kämpferdasein geprägt zusehends ins Wanken gerät. Zwischen den Einsätzen leidet er unter Albträumen, Flashbacks und will nicht wahrhaben, dass er zusehends die Kontrolle verliert. Diese dramatischen Elemente geben dem Film sein Übriges – bis zum traurigen Ende, in dem Eastwood geschickterweise Szenen aus dem Leben des echten Chris Kyle einbaut. Fazit: ein wirklich gelungenes Kriegsdrama, das leider aber stellenweise von amerikanischem Patriotismus trieft – und diese Selbstbeweihräucherung ist in einem solchen Film leider ganz fehl am Platz.  
 
Traumfrauen ★★★☆☆
 
Ja, was soll man dazu sagen? Ein typischer Mädelsfilm. Süß, witzig, und absolut vorhersehbar.
Was mich, wie ich zugeben muss, dieses Mal überhaupt nicht gestört hat. Nach all diesem Drama in American Sniper war die vertraute Welt der romantischen Komödie definitiv eine willkommene Abwechslung. Der Film wartet mit einigen extrem lustigen Elementen auf: der Typ mit zwanzig Hunden in der Wohnung – ich habe noch das „oooooh, wie süß!!“-Gekreische aus dem ganzen Saal im Ohr und ja, ich habe mitgekreischt – , die neue Freundin des Exmanns, die so gar nicht die typische Blondine ist, sondern charaktertechnisch eher an Cindy aus Marzahn erinnert … ja, zum Lachen gab es definitiv so einiges. Und Elyas M’Barek als ungewohnt schüchterner Josef hatte auch so einige Überraschungen parat. Mal abgesehen davon, dass dieser Schauspieler sowieso eine Augenweide sondergleichen ist. Schmacht. Ja, Ladies, das muss ich wohl nicht länger ausführen – die Schwimmbadszene in „Fack Ju Göhte“ kennen wir ja alle schon längst auswendig. Ein Film also für jede von uns, die gerade ein bisschen Lachen in ihrem Leben brauchen kann – und gebt es zu, über den Problemen der Mädels im Film können wir unsere eigenen zumindest doch für zwei Stunden vergessen.
 
Avengers – Age of Ultron ★★★★★
Tja, hier fehlen mir nach wie vor die Worte, meine Lieben. Seit Monaten haben wir diesem Film entgegengefiebert und dann natürlich Tickets für die Premiere im nächsten Kino ergattert. Ich muss zugeben, ich hatte sogar einen Countdown bis zum 23. April auf dem Handy.
Und ja, ja, ja, das Warten hat sich gelohnt. So was von gelohnt. Ich wusste ja vorher schon, dass Drehbuchschreiber Joss Whedon ein Gott mit einem Hang zum Sadismus ist. Diese Meinung hat sich mit dem Film definitiv gefestigt. Und da ich das anders nicht hinkriege: Achtung Spoiler! Ob das jetzt Clint Bartons Familie ist, die ihn so herzerweichend liebt, die Annäherung von Bruce Banner und Natasha Romanoff – zwei kaputte Seelen, die sich gegenseitig wieder ganz machen -, oder der Zusammenhalt zwischen den Maximoff-Geschwistern, die sich den Avengers letztendlich anschließen, das ist ganz großes Kino. Spoiler Ende. Da mögen andere Fans noch so sehr über Whedon schimpfen, die Entwicklung der Charakter hat er mit Bravour hinbekommen. Auch wenn Age of Ultron ein Actionfilm ist – hier kommen die großen Gefühle auf die Leinwand. Und ganz zu schweigen von den futuristischen Technologietricks, die ich gerade als angehende Informatikerin ja extrem spannend finde. Age of Ultron ist ein Erfolg auf der ganzen Linie, und irgendwie kommt es mir so vor, als müsste ich für diesen Film noch einmal ins Kino. Einziger Nachteil: Lieber Joss Whedon. Wo, verdammt nochmal, hast du die After-Credit-Szene gelassen?! Also ernsthaft.
 
The Fast and The Furious 7 ★★★★☆

Zwei Tage nach Age of Ultron ging es schon wieder ins Kino, zu einem der größten Actionfilme dieser Zeit. Ich muss zugeben, ich habe keine Ahnung mehr, welche der Vorgänger ich gesehen habe. Aber ich muss auf jeden Fall alle sechs noch nachholen, denn der siebte war grandios.
Was soll man zu so einem Film sagen? Geiler Plot, geile Charaktere, geile Autos. Natürlich fehlt der Tiefgang, den wir bei Age of Ultron gesehen haben, aber Tiefgang ist nicht gerade Dominic Torettos Stil. The Fast and the Furious sind für ihre Geradlinigkeit bekannt, für ihre Loyalität und für ihr Faible, mal ein bisschen was in die Luft zu jagen. Subtil ist nicht der Stil dieser Charaktere, und genau das macht auch den siebten Film der Reihe aus. Spektakuläre Aktionen – wer springt denn bitte schön sonst mit den Autos aus einem Flugzeug oder jagt ein 400-PS-Auto durch Dubais Skyline? – und immer diese Familienatmosphäre zwischen den Teammitgliedern. Von einem bis zum Ende des Films rätselhaften, aber reichen Menschen auf die Mission geschickt, einen erfolgreichen jungen Hacker zu retten, ist das Team bis zum Ende einig und gerade das ist das Schöne. Dass sich der Hacker inzwischen als Mädchen herausstellt – dafür gibt es einen Extrapunkt. Aus Gründen. Und das Ende, dessen Filmstills inzwischen auf sämtlichen sozialen Netzwerken herumgegangen sind, ist mehr als nur großes Gefühl. Hier spürt man deutlich, dass der gesamte Film eine Hommage an Paul Walker darstellt – herzzerreißend für jeden Zuschauer.
 
  1. Ich habe von den Filmen nur Fast and Furios gesehen und ich habe so geweint! Mich hat das irgendwie so mitgenommen und als ich dann meiner Mutter von dem Film erzählt habe, musste ich gerade nochmal weinen. Ich bin für solche Filme einfach zu emotional 😀
    Liebst, Emme ♥

  2. Shades of Grey.. Ich weiß schon warum ich nicht mal die Bücher gelesen hab.. ich hab da schon von Anfang an nichts gutes dran gesehen.. Ich kenne glaub ich keine Freundin, die diese Bücher gelesen hat, die den 3. Teil beendet hat und alle, die den Film gesehen haben, konnten nicht voller Begeisterung sagen, dass der Film super war.. 😀
    Traumfrauen war ein schöner Film.. Ansonsten sind diese typischen Mädchenfilme ja auch immer alá Til Schweiger und diese sind dann ja eher aus Männersicht iwie.. 😀 Dieser Film war richtig so, dass man alle paar Minuten nicken musste, weil das alles so wahre, typische Fakten waren und es war sooo süß und witzig und.. toll! 🙂
    Von Fast & the Furious 7 kenn ich bis jetzt (leider) nur das Ende, aber das.. das ist so wunderschön und herzzereißend.. :'(

  3. Ja die After-Credit-Szene wurde bei Age of Ultron vorverschoben, fand ich auch nicht so toll.

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