Prokrastinieren
Productivity

Warum Prokrastinieren wichtig ist und wie du es nutzen kannst

Griass di!

Es blockiert uns immer wieder und lässt die To Do Liste länger und länger werden, aber wir tun es alle: Prokrastinieren. Wir verschieben Dinge, die wir nicht erledigen wollen, auf später, auf morgen und manchmal dauert es Monate, bis wir sie endlich anpacken. Kommt dir das bekannt vor? Bestimmt. 

Vor allem in den letzten Jahren ist Prokrastinieren mehr oder weniger zum Modewort geworden und mittlerweile ist bekannt, dass es sich in extremen Fällen auch zu einer psychische Krankheit auswachsen kann. Doch keine Panik: Bei den meisten Menschen ist es einfach ein  unterbewusstes Signal, dass etwas gerade nicht optimal ist.

Was ist der Grund für dein Prokrastinieren?

Ich habe mich in letzter Zeit viel mit den psychologischen Hintergründen zu Produktivität und Prokrastination auseinandergesetzt. Der Gedanke dahinter: Man kann noch so entschlossen sein, produktiv zu werden, gegen manche Faktoren kommt man einfach nicht an, wie zum Beispiel gegen den eigenen Körper. Also muss ich, um meiner dauernden Faulheit einen Riegel vorzuschieben, auch wissen, woher sie stammt. 

Denn eines habe ich gelernt: Man prokrastiniert nicht einfach so. Es gibt verschiedene Gründe für deine Prokrastination und die meisten davon stammen direkt aus deinem Unterbewusstsein. 

Die Frage, die du dir selbst also stellen solltest, lautet folgendermaßen:

Was hindert mich daran, einfach anzufangen? 

Perfektionismus: Zu hohe Erwartungen an sich selbst sind einer der vorherrschenden Gründe für Prokrastination. „Wenn ich nicht weiß, ob ich es perfekt erledigen kann, mache ich es lieber gar nicht“, ist also die Botschaft, die dein Unterbewusstsein an dich sendet. Fear of failure nennen Psychologen diese Angst, die manchmal bewusst, manchmal unterbewusst auftritt. Bist du ein solcher Perfektionist, dann hilft meist nur eines: Ins kalte Wasser springen, trotzdem anfangen und bewusst deinen Perfektionismus ignorieren. Klingt grauenhaft, oder? Ist es leider auch – aber du wirst merken, dass deine Hemmschwelle nach und nach sinkt. Du entwickelst langsam, aber sicher eine Routine und kannst deinen Perfektionismus dadurch eindämmen. 
Überforderung: Ist die Aufgabe zu groß, zu mächtig? Hast du nicht das nötige Wissen dafür? Mir geht es so, wenn ich in der Uni ein komplett neues Thema anpacken soll und genau weiß, dass ich mich erst mal durchbeißen muss. Hier hilft es, sich die Aufgabe in kleinen Teilschritten vorzunehmen – wie du das am besten machst, erkläre ich in diesem Artikel. Und jeden Tag nur eine kleine Aufgabe zu lösen, die dich nicht überfordert, bringt dich auf jeden Fall weiter voran, als das Thema wochenlang vor dir herzuschieben und am Ende alles auf wenige Tage erledigen zu müssen.
Stress: Brauchst du vielleicht tatsächlich eine kleine Pause? Wenn ich überarbeitet bin und die To Do Liste einfach zu lang ist, weigert sich mein Körper oft, weiter konzentriert zu bleiben. Ist das bei dir der Fall, solltest du dir bewusst eine Pause nehmen. Genieß es, ein paar Minuten einfach abzuschalten, atme tief durch, geh vielleicht an die frische Luft, und dann kannst du motiviert weiterarbeiten. 

Prokrastinieren

Das Gute am Prokrastinieren

Manchmal ist der Grund für mein Aufschieben jedoch ganz banal: Ich habe schlicht und einfach keine Lust. Tja, was dann? Ich persönlich habe das elegant gelöst. Wenn ich nicht die geringste Motivation zum Bloggen habe, bastele ich an meiner Pinterest-Strategie oder putze das Bad und umgekehrt. Zu dieser Methode gibt es einen sehr bekannten Essay von John Perry: How to Procrastinate and Still Get Things Done (hier kannst du ihn lesen). Hierbei handelt es sich um die sogenannte strukturierte Prokrastination.

Viele Leute, die notorisch prokrastinieren, sind nämlich sehr wohl in der Lage, produktiv zu arbeiten und vor allem eine ganze Menge an Aufgaben tatsächlich zu erledigen. Ich kenne das nur zu gut. Gefühlt verbringe ich die Hälfte meiner Zeit mit Prokrastination und bekomme oft zu hören: „Wie schaffst du das nur alles?“ Ganz einfach: Statt drei Dingen nehme ich mir fünf vor und nachdem ich keine Lust habe, Punkt 1 und 2 zu erledigen, mache ich eben Punkt 3, 4 und 5. Zusammengefasst: Wer sich viel vornimmt, der schafft auch trotz oder gerade wegen der Prokrastination viel. Man muss sich nur darauf einstellen, dass die To Do Liste durcheinandergerät. (Oder auch mal Dinge erledigt werden, die gar nicht daraufstehen. Soll’s geben. Habe ich gehört.)

Wie beugst du deiner Prokrastination vor? 

Wie, vorbeugen? Wir haben doch gerade geklärt, dass Prokrastinieren etwas Gutes sein kann und jetzt soll ich es doch lassen? Das stimmt sehr wohl, aber einen Fall haben wir nach wie vor nicht abgedeckt: Die Aufgaben, die trotz allem liegen bleiben. Meine Blogposts und meine Uni-Aufgaben werden mit der strukturierten Methode ziemlich gut abgedeckt, dort bleibt selten etwas länger als einige Tage unerledigt.

Bei Haushaltsarbeiten ist das anders. An denen führt meistens kein Weg vorbei – die Wohnung ist nun mal staubig und der Wäschekorb quillt nun mal über. Trotzdem bin ich der unmotivierteste Mensch der Welt, wenn es um den Haushalt geht. Für mich gibt es da nur ein einziges Mittel, das wirklich hilft: Routine. Wer sich angewöhnt, direkt nach dem Kochen die Küche aufzuräumen, hat nicht zwei Stunden später das Chaos direkt vor der Nase. Und wenn ein fester Wochentag für die Wäsche da ist und einer für den Hausputz, für den man sich dann auch ausreichend Zeit nimmt, dann ist die Hemmschwelle zum Anfangen deutlich geringer. Hier gilt natürlich wie immer: Übung macht den Meister und eine Routine braucht mindestens 3 Wochen, bis man sie verinnerlicht hat. Also: Zähne zusammenbeißen und gleich mal das Bad putzen.

Am Ende dieses Ausflugs in die Welt der Aufschieberitis will ich dir einen zusammenfassenden Rat geben. Anstatt dich selbst zu verfluchen, weil du immer alles aufschiebst, solltest du einmal auf deinen Körper und dein Unterbewusstsein hören. Und schon hat sich das Problem meist von selbst erledigt. 

Habts es schee!
Marianne



 

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  1. Liebe Marianne!! Toll geschriebener Beitrag. Ich kenne vieles davon auch nur zu gut. Ich nehme mir immer viel zu viel vor und habe das Gefühl am Ende nichts geschafft zu haben. Von Außenstehenden bekomme ich aber immer wieder zu hören, wie ich das denn alles noch neben der Arbeit schaffe :D. Eigenbild und Fremdbild sind da leicht unterschiedlich 😀 . Das mit dem Haushalt kenne ich auch – ich darf jetzt gerade auch gar nicht in meinen Wäschekorb gucken. Ich habe mir jetzt aber mittlerweile angewöhnt, dass ich beim Aufräumen und Putzen einfach meine Eltern anrufen oder, wenn ich meine Eltern anrufen (was gerne mal 30-60min dauernd kann, da das oftmals nur 1x/Woche ist), dann räume ich dabei auf oder putze ich. Das Gute ist nämlich, man ist durch das Telefonieren so abgelenkt, dass man gar nicht merkt, dass man was macht 🙂 und man „vergeudet“ keine Zeit durch das Telefonieren sondern ist sogar noch produktiv dabei :). Liebe Grüße Anja

    • Die Methode muss ich auch unbedingt mal ausprobieren! Ich könnte mir vorstellen, dass das super funktioniert.

  2. Liebe Marianne,
    ich habe deinen Blog gerade erst entdeckt und bin total begeistert!! Genau die Themen, die mich momentan interessieren und so viele Blogposts, die sich unglaublich gut und hilfreich anhören. Da habe ich jetzt auf jeden Fall ein bisschen Lesestoff 🙂 Habe mich auch gleich mal zum Newsletter angemeldet und freue mich sehr darauf!
    Viele liebe Grüße,
    Svenja

    • Vielen Dank für deine lieben Worte! Ich bin immer froh, wenn ich neuen Lesern weiterhelfen kann! 🙂

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