Art

Smudge & Splotch • Painting for Beginners

Griass di!
Meine Lieben,
die Uni hat mich wieder fest im Griff. Vorlesungen, Übungsblätter und die unvermeidliche Lernerei – kaum hat die zweite Woche angefangen, stecke ich schon wieder mittendrin. Aber wie dem auch sei, heute geht es endlich weiter mit dem Beginner’s Guide – diesmal sprechen wir über die Malerei. Wer den ersten Teil zum Zeichnen und die Vorgeschichte noch nicht kennt, der findet sie hier.
Auch beim Malen ist es ähnlich wie beim Zeichnen – es gibt tausend verschiedene Wege. Und genauso, wie ich beim Zeichnen nichts von Pastellkreide und Buntstiften erzählt habe, wird es heute auch nicht um Aquarellfarben oder Tempera gehen. Ich konzentriere mich auf Farben, die einfach und vielseitig genutzt werden können – ja, genau, die Acrylfarben. 
Rot, Gelb, Blau – oder?
Auch hier beginnt alles mit der Frage nach dem Material. Ohne Farbe kann man schlecht malen, mit dem Finger auftragen ist auch nicht das Nonplusultra (außer ihr seid vier Jahre alt und in der Bärengruppe) und Schreibmaschinenpapier war schon mit Wasserfarben das Allerletzte. Also erst mal zum Einkaufen. Billige Acrylfarben gibt es oft und überall – meine eigenen sind zum Beispiel von Aldi. Ich würde mich nicht wundern, wenn ein Künstler jetzt auf seinem Schreibtischstuhl tot umfällt. Tut mir leid! Gerade bei Acryl sind mir die Preise in Fachmärkten wie boesner doch ein bisschen zu hoch und gerade die bei Aldi können problemlos mithalten, was die Qualität betrifft. (Nach meinen Recherchen verkauft Aldi Markenfarben unter anderem Namen.) Also habe ich ein praktisches Set, das die Farben Gelb, Rot, Pink, Grün, Blau, Braun, Schwarz und Weiß enthält. Etwas in der Bandbreite würde ich für den Anfang auch empfehlen – klar kann man alle Farben aus den Grundfarben zusammenmischen, aber um einen Farbton genau zu treffen, braucht es Übung. Das Nächste sind die Pinsel. Hier kommt es natürlich darauf an, ob ihr riesige Bilder malen wollt oder lieber im Postkartenformat – ich empfehle etwas dazwischen. Ein breiter Pinsel zum Grundieren darf auf jeden Fall nicht fehlen, dazu passt ein Set Borstenpinsel verschiedener Größen. So könnt ihr mal rumprobieren und sehen, welche Größe euch am besten passt. Was auch noch interessant ist: Spachtel zum flächigen Auftragen der Farbe, Kratzen und vielem mehr – da kostet ein Set aus Plastik meistens nicht mehr als zwei Euro. Wenn euch das interessiert: immer ran! Außerdem sollte man die grundlegenden Utensilien nicht vergessen: Wasserbecher, Malerkreppband, Palette, Zeitung, Lappen, eventuell eine Seife zum Reinigen der Pinsel. Zum Malen reicht dickes Papier, empfehlenswert sind auch Malkarton und Keilrahmen – vor allem, wenn ihr eure Werke später aufhängen wollt.
Erst mal kleckern
Kaum ist der Arbeitsplatz aufgebaut, Wasser geholt, Zeitung ausgelegt, schon kann es losgehen. Und genau wie beim Zeichnen fangen wir auch in der Malerei im Kindergarten an. Nehmt euch mal fünf große Blätter – und dann probiert alles aus, was euch in den Sinn kommt. Pinseln, mischen, tropfen, streichen, kratzen, spachteln, kleckern, abkleben und drübermalen, mit viel Wasser oder wenig – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Der Effekt? Auch wieder ähnlich wie beim Zeichnen: man bekommt ein Gefühl für die Farben. Was man kombinieren kann, bei welchen Mischungen nur ein hässliches Braun rauskommt, welche Farben gut harmonieren und und und. Das ist natürlich alles sehr wichtig für eure spätere Künstlerkarriere und auch hier habe ich festgestellt, dass sich die Wahrnehmung nach und nach ändert: je mehr man malt, desto besser kennt man seine Farben und desto mehr kristallisiert sich auch heraus, welchen Stil man gerne verfolgt. Ich male zum Beispiel mit viel Kontrast, sehr deckenden und oft auch reinen Farben und ich liebe es, gerade Linien in meine Konzepte zu bringen – deswegen ist mein Verbrauch an Malerkrepp auch überdurchschnittlich hoch. Eine Freundin malt lieber mit schwachen Kontrasten. sehr vielen Übergängen und starker Verblendung – ihr seht, jeder hat seinen eigenen Stil. 
Feel Free to Explore
Wenn man dann mal ein bisschen angefangen hat zu malen, kann es mit den ersten Gemälden losgehen. Und hier kristallisiert sich recht schnell ein markanter Unterschied zum Zeichnen heraus: beim Malen ist man nicht an die Realität gebunden. Was das heißen soll? Ganz einfach. Die meisten Zeichnungen zeigen reale Inhalte – Menschen, Pflanzen, Landschaften. Und selbst, wenn man surreal oder abstrakt zeichnet, muss man Techniken anwenden, um das Ganze irgendwie real bzw. inhaltsvoll erscheinen zu lassen. Das ist beim Malen nicht der Fall. Abstrakte Malerei komplett ohne Konzept, ohne Aussage, ohne Szenario haben genauso ihren Reiz wie hyperrealistische Portraits. 

Was das für uns heißt? Wir müssen uns nicht auf Google Bilder verlassen, um unsere Ideen umzusetzen. Es muss nicht aussehen wie die Realität – und ich kann euch trösten, das wird es auch nicht – und auch wenn mal was schiefgeht, beim Malen findet man immer einen Weg, Fehler so aussehen zu lassen, als wären sie geplant gewesen. Wichtig: ich spreche hier von der Acrylmalerei – mit Aquarellfarben sieht das schon wieder anders aus. Und natürlich ist es für den Anfang hilfreich, Gemälde anderer Künstler abzumalen. Hier gilt aber auch im Gegensatz zum Zeichnen: es wird niemals so aussehen wie das Original und es sollte auch nicht so aussehen. Entwickelt ruhig eure eigenen Ideen! Meine Anregung für die Inspirationsarmen unter euch: ich habe für meine Kunstmappe angefangen, Songtexte zu illustrieren. Das kann man natürlich mit aller Art von Geschriebenem machen: Geschichten, Gedichte, Zitate, sogar Nachrichten – eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und ansonsten: DeviantArt ist immer eine zuverlässige Inspirationsquelle.

Ja, ich muss zugeben: dieser Post war wohl kein klares Tutorial, sondern vielmehr ein Haufen Anregungen. Das liegt eben an der Natur der Malerei: hier muss man ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren. Und klar gibt es eine lange Liste an verschiedenen Techniken, die man lernen kann – aber die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt und für jede Idee anders. Wie gesagt: versucht es einfach! Ich freue mich auf Erfahrungsberichte und Ergebnisse. Malt ihr gerne oder habt ihr es noch nie versucht?

Im nächsten Teil werden wir Malerei und Zeichnen verbinden und den PC ein bisschen mitmischen lassen – wer von euch hat Lust auf Digital Painting?

Habts es schee!
Marianne

  1. Ich mag es ja sehr gerne mich von solchen Posts und Beispielen inspirieren zu lassen. Mittlerweile komme ich nur noch recht selten zum "analogen" Malen, am PC sitze ich allerdings umso mehr. Digital Paintings sind eine sehr coole Sache, was man da alles anstellen kann…! Hab ich früher auch gerne gemacht, aber mittlerweile verdrängt Bildretusche auch das zeitlich einfach.

  2. Oh wow, wie gut deine Ergebnisse aussehen. Die könnte man direkt unter einem bekannten Namen für viel Geld versteigern. Vor allem die Bilder, auf denen du einfach drauf losgesagt hast gefallen mir besonders gut. Ich liebe es ohne großartig lange nachzudenken und den Druck zu haben, dass jeder Strich sitzen muss, zu malen. Ich freu mich auf jeden Fall über weitere Posts dieser Reihe :).
    Alles Liebe <3

  3. das sieht richtig schön aus!
    Ich hab früher total viel gemalt, aber im Moment komme ich seit einiger Zeit nicht mehr dazu. Ich denke, irgendwann werde ich bestimmt wieder damit anfangen, mal schauen, wann das sein wird 😀

  4. Du hast wirklich Talent! Ich bin leider gänzlich unbegabt, freue mich aber sehr auf den Digital Art Teil.
    Vielleicht schaust du ja auch mal bei mir vorbei.☺♥
    Liebe Grüße,
    Laura von lauraskreativecke

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