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Ein BuJo starten: Dieses Bullet Journal Material brauchst du

Bullet Journal Material: Der große Guide

Kaum bin ich wieder in den Alltag gestartet, schwirrt mir der Kopf! Hier Termine, da Uni, dort Deadlines: Zeit, das Bullet Journal rauszuholen. Das habe im Urlaub tatsächlich kaum genutzt, höchstens mal ein paar Ausgaben notiert. Jetzt bin ich aber wieder voll motiviert, meine To Dos sauber zu koordinieren – Schluss mit dem Chaos! Und nachdem ich euch im großen Guide schon einen Artikel zum Bullet Journal Material versprochen hatte: Hier, bitte. Ich habe meine BuJo-Tasche ausgeleert und stelle euch heute meine Lieblingsstifte und -zubehör vor. 

Vorneweg: Mehr als ein kleines Heft bzw. Notizbuch und einen Kugelschreiber brauchst du für ein BuJo eigentlich nicht. Was ich dir heute aber vorstellen möchte, sind die landläufigen Top-Materialien und alles, was ich selbst getestet habe. So kannst du dir aus meinem Tipps hochwertiges Material für dein eigenes Kit zusammenstellen, ohne selbst viel Geld für Unnützes ausgeben zu müssen. Es liegt ganz an dir, ob du viel oder wenig Bullet Journal Material möchtest oder brauchst – das BuJo-System stellt es dir frei, wie du gestaltest und ob dir ein Fineliner reicht oder ob du eine große Auswahl haben möchtest!

Starte dein Bullet Journal: Das richtige Notizbuch

Mein Bullet Journal ist das Notizbuch, das tatsächlich die meisten nutzen: Ein Leuchtturm1917 A5 Notizbuch* mit Dot Grid. Das hat sich auch bewährt – die Seiten sind dick genug, dass nicht alles sofort durchscheint und es ist so robust, dass man es auch mal in die Tasche pfeffern kann. Vorne ist ein Inhaltsverzeichnis zum Ausfüllen integriert, das ich fleißig nutze. Meistens brauche ich es aber gar nicht zum Nachschlagen, sondern blättere direkt zur entsprechenden Seite – die sind nämlich nummeriert! Mein Bullet Journal ist klassisch schwarz, als Nächstes werde ich mir aber eventuell eines der Metallic Edition* zulegen. Ansonsten gibt es das Notizbuch in allen Farben des Regenbogens. Tipp: Wem die Notizbücher von Leuchtturm 1917 zu schlicht sind und trotzdem etwas Hochwertiges haben möchte, der wirft am besten einen Blick in den Onlineshop von Nuuna. Hier gibt es Notizbücher mit ausgefallenem Cover und Dot Grid.

Warum Dot Grid (deutsch: punktkariert) einfach die beste Wahl ist? Wenn ich geduldiger wäre, hätte ich wahrscheinlich ein Blanko-Notizbuch gekauft. Aber sämtliche Linien und Winkel mit dem Geodreieck zu ziehen, ist mir einfach zu anstrengend  Die Punkte sind eine gute Hilfe bei Linien und Formen, lenken aber nicht so ab wie durchgezogene Kästchen oder liniertes Papier. So behältst du dir eine gewisse Freiheit in deinem BuJo.

Bullet Journal Material: Das sind die Essentials

Bullet Journal Material Guide 4

Meine liebsten Stifte sind nach wie vor die PITT Artists Pens von Faber Castell – ich nutze das Viererset und den XS-Pen. Sie sind zwar nicht ganz günstig, aber das Viererset nutze ich schon seit zwei Jahren und alle Stifte funktionieren noch bestens. Damit layoute ich und nutze sie zum Schreiben – Letzteres meist mit dem XS-Pen. Mein bevorzugter Brush Pen ist der Tombow Fudenosuke in weich – die unempfindliche Spitze ist perfekt geeignet für das Papier und damit konnte ich schon als Anfänger ganz gut lettern. Den nutze ich gerne für Wochentage und Überschriften.

Längere Texte schreibe ich gerne mit den Gelstiften von Muji, die verschmieren leider manchmal Tage später noch. Für den ein oder anderen Farbklecks besitze ich sechs verschiedene Tombow ABT Dual Brush Pens. Viel mehr brauche ich eigentlich gar nicht – nur einen Bleistift zum Vorzeichnen, ein Geodreieck und einen sehr guten Radiergummi.

Ein besonderes Zuckerl sind die Zebra Mildliner: Das sind Pastell-Textmarker in verschiedenen Farben, die zusätzlich eine Filzstiftspitze besitzen. Die habe ich mir vom Geburtstagsgeld geleistet – im Prinzip aus reiner Neugier. Gerade für gedeckte und Pastellfarben sind die Mildliner super und ich möchte sie nicht mehr missen. Wer aber schon Filzstifte besitzt oder lieber mehr Brush Pens kauft (die sind etwas teurer), kann darauf auch gut verzichten. 

Faber Castell PITT Artist Pens in schwarz, Viererset (Größen S, F, M, B)* + XS einzeln*
Tombow Fudenosuke Brush Pen, weiche Spitze*
Muji Gel Ink Pen in schwarz, 0,5*
Tombow ABT Dual Brush Pens* (Meine Farbauswahl: N15 schwarz, N35 grau, 346 grün, 533 hellblau, 815 pink, 847 rot)
Zebra Mildliner Pastellmarker mit Filzstiftspitze, 3x5er Set*
Faber Castell Bleistifte (2H bis 8B)*
Faber Castell Knetradiergummi*

Mein Bullet Journal Material kaufe ich am liebsten bei boesner – im Kunstgroßmarkt hat man einfach die größte Auswahl. Dort kann ich neue Stifte auch testen oder ansehen, bevor ich mich dafür entscheide. Online bestelle ich immer noch meistens bei Amazon, da kommt man kaum drum herum, wenn man Zeit und Kosten sparen möchte.

Bullet Journal Material Guide 1

Lieblingszubehör: Bullet Journal Material fürs Komplettpaket

Das hier sind Dinge, die ich gerne nutze, aber nicht so oft wie alles, was ich euch oben verlinkt habe. Gerade meine Aquarellfarben kommen nur selten ins Bullet Journal, weil die dünnen Blätter dafür eigentlich nicht geeignet sind. Aber es ist sooo schön! Mein Aquarellkasten ist ein jahrzehntealtes Erbstück meiner Mom oder Oma, das weiß ich gar nicht mehr so genau, wer den früher benutzt hat  Jetzt würde ich mir wahrscheinlich einen praktischen Taschenkasten zulegen, der nicht viel Platz wegnimmt. Aquarellmalerei unterwegs ist nämlich super! Vor allem mit den Water Brushes, die tatsächlich mit Wasser oder Tinte aufgefüllt und dann wie normale Pinsel oder Brush Pens eingesetzt werden können. Damit vermale ich auch öfter mal meine liebsten Buntstifte von Caran d’Ache. 

Was ebenfalls öfter zum Einsatz kommt, sind verschiedene Washis und Sticker. Wenn ich mal wieder neues Material brauche, bestelle ich auf alle Fälle bei Aliexpress, dem Eldorado aller BuJo-Fans. Beim chinesischen Amazon findet man tolle Tapes und Sticker für sehr wenig Geld und versandkostenfrei. Und zu guter Letzt: Der Pentel Pocket Brush ist ein Tuschepinsel, der für fortgeschrittenes Lettering oder für Tuschezeichnungen geeignet ist. Ich liebe einfach die Textureffekte

Caran d’Ache SCHOOL Watercolor Pencils, 12er Set*
Pentel Water Brushes* 
Aquarellfarben, z.B. von Winsor & Newton*
Pentel Pocket Brush*
Washi Tape und Sticker von etsy oder aliexpress

Zum Schluss habe ich noch einen absoluten Pro-Tipp für dich. Anstatt ein teures Case für euer BuJo zu kaufen oder ein aufwändiges DIY zu starten, schau dir mal bei H&M oder Primark unter den Kulturbeuteln um! Die schicken, aber günstigen Teile sind perfekt geeignet, um Stifte, Notizbuch und Washis aufzubewahren. Ich nutze derzeit einen coolen schwarzen Beutel von Primark, der mich sagenhafte 4€ gekostet hat. Was sind deine absoluten Stationery Lieblinge? Bist du auch so ein Stifte-Opfer und musst ständig neue kaufen oder hast du Dauerfavoriten?

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Inspiration: Meine Wunschliste für 2017

Wunschliste-für-2017-cover-notizbuch
Meine Lieben,
Die Zeit eilt dahin und jetzt ist tatsächlich schon der vierte Advent verstrichen. Die meisten Geschenke sind eingepackt und in geheimen Ecken verstaut (hahaha, genau), die letzten Plätzchen gebacken und Pläne geschmiedet. Und was dachte ich mir da? Klar, Zeit für die Weihnachtswunschliste! Ehrlich gesagt wollte ich dieses Jahr überhaupt keine veröffentlichen, weil ich mir ursprünglich gar nicht so viel gewünscht habe. Aber dann musste ich feststellen, dass sich vor allem für 2017 eine ganze Menge an Sachen angesammelt hatte. Und warum dann nicht einfach eine Wunschliste für 2017 zusammenstellen? Hier kommt der materielle Teil – der ideelle ist noch nicht ganz fertig und meine Vorsätze kommen schließlich auch noch mit rein.
 
wunschliste-für-2017-aquarellfarbe

Meine Wunschliste für 2017:

1. Hinter einem klassischen Paar Doc Martens hechele ich schon seit Jahren her und je länger ich meine schwarzen Schnürstiefel von Tamaris anziehe, desto mehr will ich das Original endlich haben. Am liebsten die 1460 FORLIFE – damit bekommt man nicht nur den Schuh, sondern auch eine lebenslange Garantie auf Reparatur und Ersatz.
 
2. Ja, ich und Nintendo – a never ending love story, könnte man sagen. Jahrelang habe ich meine Eltern um einen Nintendo DS angebettelt, bis ich endlich Mario Kart, Pokémon und Animal Crossing spielen konnte. Und jetzt, wo bekannt ist, dass die neue Switch keine 3DS games unterstützen wird, sondern parallel gehandelt wird – was hält mich noch? Genau, nichts. Im Gegensatz zu allem anderen wird der 3DS auch unter dem Christbaum liegen. Mit dazu kommt Legend of Zelda: A Link Between Worlds.
 
3. Copic Marker und ein Grafiktablett in vernünftiger Größe – dazu muss ich wohl nicht viel sagen. Ich zeichne und male nach wie vor viel und seit ich das auch für Aufträge tue, sind hochwertige Materialien noch wichtiger. Marker habe ich bis jetzt gar nicht, koloriert wird in Photoshop oder mit Filzstiften und das ist auf Dauer eher schrecklich. Und mein Grafiktablett von Wacom ist zwar heißgeliebt, aber auf Dauer einfach zu klein, um effizient zu arbeiten.
 
4. Leute. Dieses. Shirt. Ich habe es in Berlin in einem Schaufenster an der U-Bahn gesehen und ungefähr drei Tage lang nicht aufgehört, darüber zu lachen. Ich habe allen Ernstes noch nie ein Shirt gesehen, das so sehr meinem Humor entspricht. Leider von Swarovski und damit nicht ganz billig – aber ich sag euch eines, ich kriege dieses Shirt auch noch! Und wenn ich fünf Jahre dafür arbeiten muss. (Außerdem ist mein geliebtes schwarzes Shirt von Einstein & Newton vor einem Monat kaputtgegangen. Scheiß Drahtzäune.)
 
5. Ich bin im Moment andauernd angespannt, müde, gestresst – und wenn ich nächstes Jahr in den Urlaub fahren will, dann bitte schön irgendwohin, wo sonst niemand ist und ich meine Ruhe habe. Keine anstrengende wochenlange Städtereise. Keine Touristenhochburgen. Lieber Berge und Schnee, von mir aus gerne eine Sauna und ein paar gute Bücher. Hach!
 
6. Trotz allem Stress – ein bisschen Action muss auch sein und was passt da besser als Musik? Seiler und Speer konnte ich im November in München nicht sehen und habe mich deswegen schwarz geärgert – also dann halt im März! Wanda und Sum 41 sind außerdem schon gekauft und warten an der Pinnwand auf ihren Einsatz.
 
7. Noch ein Nerdteil – ich bin seit meiner Anmeldung auf Pottermore vor ungefähr drei Ewigkeiten stolzer Slytherin – most underrated Hogwarts House ever! Und nachdem ich für den Fasching noch kein Kostüm habe, dafür aber einen Gutschein von Elbenwald, bin ich aktuell stark in Versuchung, mir den Pulli und die passende Krawatte zu holen. Was meint ihr?
 
Ganz ehrlich – in fünf Tagen ist Weihnachten und ich bin so absolut kein bisschen in Weihnachtsstimmung. Deswegen kommt das ganze Thema auf dem Blog dieses Jahr ein bisschen zu kurz – meine Geschenke sind alle nur zur Hälfte fertig, von kreativen Verpackungen und Prints ganz zu schweigen. Das wird wahrscheinlich alles auf Freitag vertagt, mir graust schon. Aber Weihnachten hin oder her, ich freue mich auf ein paar Tage Ruhe und Ausspannen, bevor der ganze Affenzirkus wieder losgeht! Wie sieht das bei euch aus? Freut ihr euch auf Weihnachten? Und was steht auf eurer Wunschliste für 2017?
 

Why So Serious? • Punk DIY Wall Art

Meine Lieben, 
gerade in der dunklen Winterzeit muss ich ein bisschen vom Grau, Schwarz und Weiß weg, das in meinem Leben sonst so oft vorkommt: Kleidung, Design, Interior. So einfach ist das aber meistens gar nicht – ich kann schlecht mein Zimmer komplett neu bunt streichen, dachte ich mir erst gestern wieder. Leicht deprimiert. Aber ich bin ziemlich schnell auf eine kunterbunte Lösung gekommen: wir sind heute mal wieder künstlerisch und malen uns ein Kunstwerk für die eigenen vier Wände. Das geht ziemlich einfach und macht auch noch so viel Spaß, dass man die Winterdepression für eine Zeit vergisst. Und weil ich mit geraden Linien und sauberen Formen zurzeit nichts anfangen kann, geht unser Wall Art DIY in Richtung Punk. Ein bisschen Joker, ein bisschen Alice im Wunderland.

Wall Art DIY: Spray, Acryl und Gekleckere

Was ihr dafür braucht? Gar nicht so viel. Ein paar Spraydosen in neutralen Farben, bunte Acrylfarbe, einen passenden Malgrund. Bei mir war das ein großer Malkarton von boesner – stabiler als Papier, trotzdem schon grundiert und für Rahmen geeignet. Papier oder Keilrahmen sind aber natürlich auch perfekt geeignet. Dann noch euren Arbeitsplatz großzügig mit Zeitungspapier auslegen, Pinsel, Spachtel, Schwämme oder das Werkzeug eurer Wahl und Wasser bereitstellen und los geht’s.
Als Erstes muss der Malgrund grundiert werden. Bei mir war das silbernes und schwarzes Farbspray von Dupli Color, meine Favoriten. Das darf ruhig mal wild verteilt werden, fleckig sein, am Karton herunterlaufen. Lasst eurer Fantasie freien Lauf – und den Karton danach gründlich trocknen! Ansonsten habt ihr die ganze schwarze Farbe nachher in der Acrylfarbe und damit sieht euer Wall Art DIY eher nach Brei als nach Farbexplosion aus.
Nach ein bisschen Trockenzeit könnt ihr schon mit der zweiten Schicht anfangen. Und da geht das Gekleckere erst richtig los! Für ein wirklich wildes Muster malt mit ungemischten Farben und nehmt ruhig viel Farbe. Pinselstriche habe ich am wenigsten benutzt, am liebsten mag ich bei solchen abstrakten Dingen den Spachtel. Damit kann ich wilde Linien malen, Farbe auftragen und für Muster wieder abkratzen. Das Einfachste ist außerdem das Tropfen: die Farben ein wenig verdünnen, auf Pinsel oder Spachtel auftragen und einfach mal schütteln. Da sollte man die Zeitung aber wirklich gut verteilt haben und keine schönen Klamotten tragen! Ansonsten könnt ihr Techniken ausprobieren, wie ihr lustig seid: mit den Fingern kann mal zum Beispiel auch super malen!

Get the punk done: Schriftzug malen

Habt ihr einen ausreichend bunten Hintergrund, dürft ihr das Ganze mal wieder trocknen lassen – und wenn ihr so viel Farbe verwendet habt wie ich, dann dauert das ganz schön lange. In der zwischenzeit könnt ihr ja mal nach einer passenden Message suchen. Denn nur ein Schriftzug macht aus unserem kindergartenkünstlerischen Hintergrund ein richtig cooles Bild. Meine Wahl war aus Platzgründen einfach nur das Wort „MAD“, aber auch „MADNESS“ oder ein ganzes Zitat aus meiner Sammlung könnte ich mir auf meinen Wänden gut vorstellen.

Der Schriftzug sollte in einer Farbe gehalten sein, die sonst im Gemälde kaum vorkommt. Bei mir eignet sich Weiß perfekt dafür. Um den zerflossenen Stil nachzumachen, braucht ihr nur ein bisschen Wasser und drei Schritte:

  1. Den Schriftzug als Erstes mit unverdünnter Acrylfarbe vormalen und darauf achten, dass die Deckkraft passt. Es sollte am besten nichts mehr durchschimmern.
  2. Dann die Farbe mit viel Wasser mischen, bei mir hat 1:1 ganz gut geklappt. Auf die unteren Teile der Buchstaben die verdünnte Farbe auftragen.
  3. Den Karton hochnehmen und mehrfach senkrecht auf den Boden schlagen, sodass die Farbe nach unten verläuft. Wenn nötig, könnt ihr noch mehr Farbe auftragen und dann einfach so lange nach unten schütteln oder schlagen, bis ihr mit dem Ergebnis zufrieden seid.


Dann – Überraschung – zum dritten Mal trocknen lassen und voilà, ihr habt euer eigenes verrücktes Kunstwerk erschaffen, um den Novemberblues zu vertreiben! Aufhängen könnt ihr das Ganze mit einem passenden Rahmen, einem Nagel samt Aufhängung oder einfach PowerStrips. (Dreimal dürft ihr raten, welche Lösung ich Faulpelz gewählt habe. 😉) Und das war’s auch schon. Ich werde mich jetzt mit einer Tasse Kaffee an den Schreibtisch verziehen und mein Kunstwerk verliebt anstarren. Als Nächstes nehme ich euch mit auf eine abenteuerliche Reise nach Paris – seid gespannt! 

Cheers, 
Eure Marianne

Smudge & Splotch • Painting for Beginners

Meine Lieben,
die Uni hat mich wieder fest im Griff. Vorlesungen, Übungsblätter und die unvermeidliche Lernerei – kaum hat die zweite Woche angefangen, stecke ich schon wieder mittendrin. Aber wie dem auch sei, heute geht es endlich weiter mit dem Beginner’s Guide – diesmal sprechen wir über die Malerei. Wer den ersten Teil zum Zeichnen und die Vorgeschichte noch nicht kennt, der findet sie hier.
Auch beim Malen ist es ähnlich wie beim Zeichnen – es gibt tausend verschiedene Wege. Und genauso, wie ich beim Zeichnen nichts von Pastellkreide und Buntstiften erzählt habe, wird es heute auch nicht um Aquarellfarben oder Tempera gehen. Ich konzentriere mich auf Farben, die einfach und vielseitig genutzt werden können – ja, genau, die Acrylfarben. 
Rot, Gelb, Blau – oder?
Auch hier beginnt alles mit der Frage nach dem Material. Ohne Farbe kann man schlecht malen, mit dem Finger auftragen ist auch nicht das Nonplusultra (außer ihr seid vier Jahre alt und in der Bärengruppe) und Schreibmaschinenpapier war schon mit Wasserfarben das Allerletzte. Also erst mal zum Einkaufen. Billige Acrylfarben gibt es oft und überall – meine eigenen sind zum Beispiel von Aldi. Ich würde mich nicht wundern, wenn ein Künstler jetzt auf seinem Schreibtischstuhl tot umfällt. Tut mir leid! Gerade bei Acryl sind mir die Preise in Fachmärkten wie boesner doch ein bisschen zu hoch und gerade die bei Aldi können problemlos mithalten, was die Qualität betrifft. (Nach meinen Recherchen verkauft Aldi Markenfarben unter anderem Namen.) Also habe ich ein praktisches Set, das die Farben Gelb, Rot, Pink, Grün, Blau, Braun, Schwarz und Weiß enthält. Etwas in der Bandbreite würde ich für den Anfang auch empfehlen – klar kann man alle Farben aus den Grundfarben zusammenmischen, aber um einen Farbton genau zu treffen, braucht es Übung. Das Nächste sind die Pinsel. Hier kommt es natürlich darauf an, ob ihr riesige Bilder malen wollt oder lieber im Postkartenformat – ich empfehle etwas dazwischen. Ein breiter Pinsel zum Grundieren darf auf jeden Fall nicht fehlen, dazu passt ein Set Borstenpinsel verschiedener Größen. So könnt ihr mal rumprobieren und sehen, welche Größe euch am besten passt. Was auch noch interessant ist: Spachtel zum flächigen Auftragen der Farbe, Kratzen und vielem mehr – da kostet ein Set aus Plastik meistens nicht mehr als zwei Euro. Wenn euch das interessiert: immer ran! Außerdem sollte man die grundlegenden Utensilien nicht vergessen: Wasserbecher, Malerkreppband, Palette, Zeitung, Lappen, eventuell eine Seife zum Reinigen der Pinsel. Zum Malen reicht dickes Papier, empfehlenswert sind auch Malkarton und Keilrahmen – vor allem, wenn ihr eure Werke später aufhängen wollt.
Erst mal kleckern
Kaum ist der Arbeitsplatz aufgebaut, Wasser geholt, Zeitung ausgelegt, schon kann es losgehen. Und genau wie beim Zeichnen fangen wir auch in der Malerei im Kindergarten an. Nehmt euch mal fünf große Blätter – und dann probiert alles aus, was euch in den Sinn kommt. Pinseln, mischen, tropfen, streichen, kratzen, spachteln, kleckern, abkleben und drübermalen, mit viel Wasser oder wenig – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Der Effekt? Auch wieder ähnlich wie beim Zeichnen: man bekommt ein Gefühl für die Farben. Was man kombinieren kann, bei welchen Mischungen nur ein hässliches Braun rauskommt, welche Farben gut harmonieren und und und. Das ist natürlich alles sehr wichtig für eure spätere Künstlerkarriere und auch hier habe ich festgestellt, dass sich die Wahrnehmung nach und nach ändert: je mehr man malt, desto besser kennt man seine Farben und desto mehr kristallisiert sich auch heraus, welchen Stil man gerne verfolgt. Ich male zum Beispiel mit viel Kontrast, sehr deckenden und oft auch reinen Farben und ich liebe es, gerade Linien in meine Konzepte zu bringen – deswegen ist mein Verbrauch an Malerkrepp auch überdurchschnittlich hoch. Eine Freundin malt lieber mit schwachen Kontrasten. sehr vielen Übergängen und starker Verblendung – ihr seht, jeder hat seinen eigenen Stil. 
Feel Free to Explore
Wenn man dann mal ein bisschen angefangen hat zu malen, kann es mit den ersten Gemälden losgehen. Und hier kristallisiert sich recht schnell ein markanter Unterschied zum Zeichnen heraus: beim Malen ist man nicht an die Realität gebunden. Was das heißen soll? Ganz einfach. Die meisten Zeichnungen zeigen reale Inhalte – Menschen, Pflanzen, Landschaften. Und selbst, wenn man surreal oder abstrakt zeichnet, muss man Techniken anwenden, um das Ganze irgendwie real bzw. inhaltsvoll erscheinen zu lassen. Das ist beim Malen nicht der Fall. Abstrakte Malerei komplett ohne Konzept, ohne Aussage, ohne Szenario haben genauso ihren Reiz wie hyperrealistische Portraits. 

Was das für uns heißt? Wir müssen uns nicht auf Google Bilder verlassen, um unsere Ideen umzusetzen. Es muss nicht aussehen wie die Realität – und ich kann euch trösten, das wird es auch nicht – und auch wenn mal was schiefgeht, beim Malen findet man immer einen Weg, Fehler so aussehen zu lassen, als wären sie geplant gewesen. Wichtig: ich spreche hier von der Acrylmalerei – mit Aquarellfarben sieht das schon wieder anders aus. Und natürlich ist es für den Anfang hilfreich, Gemälde anderer Künstler abzumalen. Hier gilt aber auch im Gegensatz zum Zeichnen: es wird niemals so aussehen wie das Original und es sollte auch nicht so aussehen. Entwickelt ruhig eure eigenen Ideen! Meine Anregung für die Inspirationsarmen unter euch: ich habe für meine Kunstmappe angefangen, Songtexte zu illustrieren. Das kann man natürlich mit aller Art von Geschriebenem machen: Geschichten, Gedichte, Zitate, sogar Nachrichten – eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und ansonsten: DeviantArt ist immer eine zuverlässige Inspirationsquelle.

Ja, ich muss zugeben: dieser Post war wohl kein klares Tutorial, sondern vielmehr ein Haufen Anregungen. Das liegt eben an der Natur der Malerei: hier muss man ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren. Und klar gibt es eine lange Liste an verschiedenen Techniken, die man lernen kann – aber die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt und für jede Idee anders. Wie gesagt: versucht es einfach! Ich freue mich auf Erfahrungsberichte und Ergebnisse. Malt ihr gerne oder habt ihr es noch nie versucht?

Im nächsten Teil werden wir Malerei und Zeichnen verbinden und den PC ein bisschen mitmischen lassen – wer von euch hat Lust auf Digital Painting?

Hexenwerk? • Drawing for Beginners

Hallo, meine Lieben,

ich habe viel gelernt in meinem ersten Semester, das kann ich euch verraten. Ich kann jetzt programmieren – was an sich schon ein riesiger Fortschritt ist. Ich kann mit Wörtern wie Multithreads, Hoare-Kalkül und Singleton-Pattern um mich werfen und kann (in den meisten Fällen) sogar erklären, was das sein soll.
Was mir aber am allermeisten Neues gezeigt hat, ist mein Anwendungsfach. Ich habe euch davon erzählt, vor Ewigkeiten, weil ich eine Mappe zur Bewerbung abgeben musste – und jetzt habe ich mein erstes Semester Mediengestaltung hinter mir. Zwei Stunden Zeichnen pro Woche und drei Stunden Malerei. Ich muss zugeben, anfangs war ich sehr skeptisch. Ich hatte Mediengestaltung eigentlich nur deswegen gewählt, weil ab dem 3. Semester Photoshop, Illustrator & Co. die zentralen Inhalte sind – also alles, womit ich gerne rumbastle. Selber zeichnen und malen – ganz ohne PC? Nö, lieber nicht. Dachte ich. Falsch gedacht. 
Genug der Vorgeschichte – ich möchte eigentlich mit euch teilen, was mir diese Kurse gebracht haben. Und da ich festgestellt habe, dass ein einziger Post über Zeichnen und Malen eher zu einem Roman werden würde, beschränke ich mich heute auf das Zeichnen. (Für alle, die keine blutigen Anfänger sind, ist dieser Post vermutlich das reine Grauen – sorry, Leute, ich bin nun mal keine Fachfrau!) 
Am Anfang Steht der Stift
Zuallererst stellt sich die Frage nach dem Material. Wer schon einmal in einem Kunstgroßhandel war, der weiß, wie riesig die Auswahl ist. Und klar kann man mal alles durchprobieren, aber ich denke, ein paar Basics gehören in jeden Zeichenkasten. Ich persönlich arbeite mit folgenden Dingen:

Bleistifte von Faber Castell in folgenden Härtegraden: 2B, 6B, 7B, 8B | PITT Graphitstifte von Faber Castell in 6B und 9B | Faber Castell Minenbleistift, Stärke 0.5 mit Minen in B und 2B | PITT Artist Pens von Faber Castell: Vier schwarze Fineliner in verschiedenen Stärken | PITT Kohlestifte von Faber Castell in Medium und Soft | Skizzenblöcke: 30x30cm, DinA5 | boesner Knetradiergummi (nicht auf dem Foto)

Ihr wisst vermutlich – Zeichenmaterial ist teuer. Natürlich ist es jetzt Geschmackssache, wie viel Material man braucht und wie viel man auch dafür ausgeben möchte. Es hängt auch davon ab, was ihr vorhabt – für reine Kohlezeichnungen würde ich euch Kohle empfehlen, einen oder mehrere Estompen, also Pappstifte zum Verwischen, und Fixativ. Für Konzeptzeichnungen, also Vorzeichnungen für Comics, braucht ihr vielleicht nur die Fineliner und einen harten Bleistift. Ihr solltet euch also Gedanken machen, was ihr am liebsten anfangen möchtet – oder einfach mal die Basics kaufen, wenn ihr noch keine Pläne habt. Hier würde ich euch auf jeden Fall zwei bis drei weiche Bleistifte (2B, 4B und 8B sind nie verkehrt) empfehlen, einen guten Radiergummi, vielleicht einen Fineliner und – wichtig! – einen ordentlichen Spitzer. Was den Skizzenblock betrifft, sollte es auf jeden Fall dickes Papier (mit z.B. 170 g/m²) sein, zeichnen auf Druckerpapier ist ätzend. Die Größe sei euch überlassen – und dann kann es auch schon losgehen.

Kritzel kritzel… zurück in den Kindergarten

Ich zeichne unglaublich schlecht. Wirklich wahr. Ich habe allein drei
Stunden gebraucht, um die Kreuzschraffur zu lernen und wenn ich von
einem Foto abzeichnen soll, verzweifle ich, weil ich keinen blassen
Schimmer habe, wo ich schattieren muss und wie stark. In meinem Seminar habe ich gelernt, wie man das ändert – nämlich, indem man kritzelt.

Ja, Kritzeln. Ich mache keine Witze. Aber das ist natürlich nicht alles, wir sind ja nicht mehr im Kindergarten. Für die ersten Kritzelübungen braucht ihr außer Bleistift und Papier nur ein Lineal zur Begrenzung. Das legt ihr auf euer Blatt und fangt dann an zu kritzeln – und zwar wirklich! Keine kreisförmigen Bewegungen, keine Schraffur. Nur Zickzack, ganz wirr. Und dann versucht mal zu schattieren – dunkel am Lineal und zur Blattmitte hin auslaufen lassen. Oder andere Formen, wie ihr sie unten im vierten Bild seht. Ich persönlich habe in meinem Zeichenkurs über zehn solcher Übungen gemacht, man bekommt einfach mit der Zeit ein Gefühl für die Stifte und die Techniken. Mal zur Abwandlung: andere Stifte sind immer gut. Nicht nur die verschiedenen Bleistifte, nehmt doch mal einen Kuli – das ist gleich ganz anders. Mit den Kritzelübungen lernt ihr automatisch die Kritzelschraffur – eine von vielen Möglichkeiten, wie man Schatten erzeugen kann und mit einer der besten.

Nach der Kritzelschraffur ist die zweite Schraffiermethode dran, die wir Anfänger uns vornehmen: die Kreuzschraffur. Prinzipiell auch nicht sonderlich schwierig: statt einfach nur Linien in eine Richtung zu schraffieren, legt ihr zwei verschiedene Linienrichtungen übereinander – dadurch entsteht ein Karomuster. Hier empfiehlt sich die Landschaftsübung aus dem dritten Bild: mit waagrechten Wellen könnt ihr ein Hügelmuster auf dem Papier andeuten. Dann versucht mal, die verschiedenen Hügel mit der Kreuzschraffur zu schattieren – oben dunkel, unten hell oder umgekehrt.  Auch hier gilt: Übung macht den Meister! Feine Kreuzschraffuren mit realistischen Mustern kriegt man sicher nicht auf’s erste Mal hin – aber vielleicht auf’s fünfte. Weitere Infos zu Schraffiermethoden findet ihr hier ganz gut erklärt.

Zeichnen nach Vorlage: Google Bilder ist dein Freund

Wenn das Schraffieren und Schattieren schon so einigermaßen sitzt und euch die ganzen abstrakten Zeichenübungen so richtig auf die Nerven gehen, dann wird es wohl Zeit für erste eigene Zeichnungen. Es gibt Menschen, die sehen, wie man aus einem Foto eine gute Zeichnung macht. Es gibt Menschen, die komplexe Formen aus dem Gedächtnis zeichnen können. Ich verrate euch was. Ich bin kein solcher Mensch, und deshalb zeichne ich ab.

Ich suche mir Motive – also Zeichnungen, keine Fotos – auf deviantART oder gleich bei Google, die dem, was ich zeichnen möchte, sehr ähnlich sind. Für mich ist es wichtig, dass die Auflösung hoch ist und ich einzelne Striche gut erkennen kann. Außerdem kann es hilfreich sein, wenn ihr mit demselben Material zeichnet wie euer Vorlagenzeichner – eine Kohlezeichnung mit Fineliner kopieren ist nicht gerade easy. Und dann geht es los. Ich drucke das Ding aus und fange an, abzumalen. In schwierigen Fällen, also zum Beispiel bei Portraits, pause ich sogar die Umrisslinien ab. Und erst, wenn ich das vorhandene Motiv zwei- bis dreimal abgezeichnet habe und schon ein Gefühl dafür habe, wie dieses Objekt oder dieser Mensch gezeichnet werden muss, dann entwerfe ich mein eigenes Motiv. Insgesamt stehen bei mir vor einer Zeichnung also oft vier oder mehr Entwürfe und Skizzen – aber es funktioniert! Mit jedem Motiv lerne ich, wie man bestimmte Dinge zeichnet und kann also behaupten, dass ich irgendwann auch von Fotos zeichnen kann.

Ja – das war es auch schon mit meinem Beginner’s Guide fürs Zeichnen – der für Malerei ist schon in Arbeit. Zum Schluss noch eins: Ich kenne mittlerweile so einige Leute, die gerne zeichnen lernen oder können würden und aber nicht wissen, wie sie anfangen sollen. Mein Zeichenseminar hat mir gezeigt, wie man anfängt und ich für mich habe auch herausgefunden, wie man weitermachen kann . Dieser Post soll euch also ein paar Anregungen liefern – ich bin aber gespannt, wie ihr zeichnen lernt, gelernt habt oder übt. Falls ihr das denn tut. Ich bin immer für neue Vorschläge und Geschichten offen!