Schlagwort: Macro

short story | Weil die Details am meisten bedeuten.

Die U-Bahn fährt ein, fahles Blau gegen das schreiende Orange der Station. Marienplatz. Kopfschmerz. Die Unitasche ist schwer, Musik dröhnt in meinen Ohren, besser als das Stimmengewirr.

Ich verhalte mich wie ein kaputter Scanner, mein Blick huscht unruhig durch die Masse, bis nur noch ein grauer Schleier übrig bleibt. Graue Masse, graue Menschen, kategorisiert nach Alter, Kleidung, Stil, Attraktivität, wie auf einer Preisliste.

Blinzle gegen das Licht. Jemand steht neben mir, nehme die Person kaum wahr, dann treffen mich Augen. Blaue, ein wenig müde Augen mit kurzen Wimpern, ein Kranz aus grünem Licht um die Pupille.

Wie lange ist es her, dass du einem Menschen in die Augen gesehen hast?

Es reichen 36 Fragen und 4 Minuten durchgehender Augenkontakt, um sich in einen Fremden zu verlieben, besagt eine Studie. Aber nur die Fragen reichen nicht aus.

Wie lange ist es her, dass du einem Menschen so lange in die Augen gesehen hast, dass du alle Details kanntest, jede schiefe Wimper, jeden Farbverlauf in der Iris?

Details. Eigentlich geht es immer um die Details, und das fällt uns viel zu selten auf. Du kaufst ein Notizbuch – geht es dir darum, dass die Linien stimmen, oder um das Gefühl des Leders unter deinen Fingern? Um den Geruch von Papier und die weiche Oberfläche, die blaue Tinte aufsaugt, als wäre sie am Verdursten, was ja auch irgendwie stimmt. Es geht um die Einzelheiten.

Aber wir verlieren uns im Alltag. Zwischen neun Stunden Arbeit, all den To-Do-Listen, dem Hetzen vom einen Ort zum nächsten, klimpernden Autoschlüsseln und überall Radiostimmen und grellen Werbeanzeigen verlieren wir uns, und dann gehen die Details im Strudel unter, ertrinken im Allgegenwärtigen.

Und ich frage mich: war das nicht einmal anders? Haben wir nicht einmal nur die Details gesehen?

Ich wollte doch immer mehr sein als das, mehr erfahren, mehr leben, das wollten wir alle. Keine Sklaven des Alltags, des engen Blicks, wir sehen manchmal nur noch den Weg vor unseren Augen, ohne das Gras am Feldrand. Terminkalender statt Licht in Augen. Nur den Stau auf der Autobahn statt dem Schwarm Stare, der an den nächsten Ort von vielen zieht.

Und dann, auf einen Schlag, passiert es. Die ganzen alten Gedanken kehren zurück, kitzeln in längst vergessenen, verstaubten Ecken des Kopfs. Pläne, Orte, Ideen. Neue Gesichter, alte Menschen, die Mischung macht’s. An manchen Tagen bin ich wacher als sonst, fahre mit dem Auto in die Dunkelheit hinein, und dann ist alles so klar, scharf umrissen wie lange nicht mehr, wie lang war ich blind? So viele unscharfe Umrisse, die Müdigkeit ist endlich verschwunden, zurück bleibt Determination. Etwas anzufangen. Nicht hier aufzuhören. Es war und ist nie genug, ich kann noch so viel höher, weiter, schneller. Mehr. Da ist so viel Mehr, in Großbuchstaben, und es wartet nur darauf, gefunden zu werden. Also steige ich in die U-Bahn, schnell, bevor die Türen schließen und mich zurücklassen, und ich sehe endlich wieder die Details, graue Augen mit gelben Flecken und die Musik in meinen Ohren bringt mich zum Lächeln.

Diese Augen sind so unterschiedlich und doch haben sie etwas gemein – sie sind meine und die meiner Schwester. Ob lange Wimpern oder kurze, getuschte, ungeschminkte, mit Kajal oder ohne, schwarz oder silberschimmernd und ob sie blau sind oder grün oder braun oder grau – sie alle sind einzigartig und mit ihnen nehmen wir all die Details auf, auf die wir alle mehr achten sollten. 

Bei diesem kurzen Shooting hatte ich so viel Spaß wie lange nicht mehr – ich habe meine Makrolinsen neu für mich entdeckt und endlich festgestellt, dass man damit nicht nur Pflanzen und Ameisen fotografieren muss. Mal sehen, welches Detail mir als Nächstes vor die Linse läuft.

Antique Silver Easter Eggs DIY

Hallo ihr Lieben,

während ich gerade irgendwo auf Malta rumtigere und die ganze Insel unsicher mache, dachte ich – ein bisschen Inspiration für Ostern könnte euch doch nicht schaden.

Also.. Für meine schönen silbernen, antik anmutenden Ostereier braucht ihr gar nicht viel. Nur Plastikeier (die echten sind etwas zu zerbrechlich), Alufolie und schwarze Acrylfarbe. Na gut, flüssiger Kleber und eine Stricknadel oder Ähnliches (ich habe einen Kugelschreiber benutzt) wären auch ganz hilfreich.

  1. Von der Alufolie kleine Stücke abreißen, nahtlos mit Kleber beschmieren und auf die Plastikeier aufkleben. Hier besonders aufpassen, dass die Ränder ordentlich aufgeklebt sind! Notfalls einen Pinsel benutzen.
  2. Nach dem Aufkleben jedes einzelne Stück mit der Stricknadel glätten. Durch gleichmäßiges Darüberfahren werden die schlimmsten Falten ausgebügelt, dann schaut das Ganze nicht mehr so Ü-Ei-mäßig aus.
  3. Mit den Stücken das gesamte Ei bedecken.
  4. Ist der Kleber getrocknet, ein wenig schwarze Acrylfarbe auf ein Papiertaschentuch geben und das Ei damit betupfen. Sofort wieder wegwischen, sodass die Farbe nur in den Falten hängenbleibt. (Hier müsst ihr ein wenig experimentieren, bis es genauso ausschaut, wie ihr es haben wollt!)

So, und nachdem nicht jeder eine Wiese voller Gänseblümchen zuhause auf dem Esstisch hat (ich übrigens auch nicht, nur im Garten :D), noch mein Tipp: In einer weißen Schale gefüllt mit Mosspolstern sehen sie besonders hübsch aus!