Writing

Life Update Vol. 3 || I’M ALWAYS TIRED BUT NEVER OF YOU

Griass di!
bye, bye, greatest summer time

 

‚Wir wollen Sommer ohne Wolken und Nächte auf den Straßen, Tabak ohne Teer und unter Wasser atmen. Ich will im Plural reden und uns damit meinen. Glück ohne Ende und im Fallen steigen.‘
-Tonbandgerät

Meine Lieben,

tja, die Sommerpause ist endgültig beendet, ich bin wieder zurück und ja, es wird Zeit, den August und den September, diesen späten, aber umso schöneren Sommer ein bisschen Revue passieren zu lassen. So viel Zeit, die ich unterwegs verbracht habe, so viele Erlebnisse, so viel Strecke. 4374 Kilometer, sagt mir meine Routenplaner-App, und da ist noch gar nicht mitgerechnet, wo ich überall herumgelaufen bin. Jetzt sitze ich wieder an meinem Schreibtisch, der noch das Chaos von vor fünf Wochen beherbergt – Notizbücher, Aquarellfarben, Papierberge – und nehme das vertraute Bild in mich auf, während ich versuche, diese letzten beiden Monate und die nächsten, die kommen, irgendwie in Worte zu fassen.
►❚❚ Tagebuchmodus ein

 

Pack ma’s, bevor’s uns packt: die sechs Tage Malta zu viert waren ein wilder Mix aus Sonne, Meer, Irrsinn und Insiderwitzen. Vierzig Grad im Schatten auf dieser seltsamen Insel aus Kontrasten, ruhige Abende am Strand, auch mal reden bis zwei Uhr nachts und den Lichtern auf den Wellen nachsehen. In der Nachmittagshitze an den Cliffs stehen, hinunterblicken und darüber nachzudenken, wie es wäre, fliegen zu können. Danach lauwarmes Fanta-Wasser-Gemisch und italienische Schokokekse an der kleinen Kapelle, die fehl am Platz zweihundert Meter über dem Meer steht und neugierig die ankommenden Touristen betrachten. Über Touristen und Einheimische gleichermaßen reden, ein bisschen – na gut, sehr viel lachen, Kinnie ist immer noch die coolste Limonade der Welt und Geschichten erfinden hat noch nie so viel Spaß gemacht wie in Vallettas Straßen. In der größten Mittagshitze die Stadt, die ganze Insel einfach mal links liegen lassen, im klimatisierten Hotelzimmer liegen und lesen und aus dem Fenster schauen. Abends sind Pastizzi und Sausage Rolls aus der kleinen Pastizzeria nebenan das Beste, wer will schon Pizza für fünfzehn Euro im schönen klimatisierten Restaurant, wenn man Felsen, eine Decke und das Meer haben kann? Und danach doch wieder in die Shisha Bars, denn ganz ohne ein bisschen Party geht’s doch nicht. Hätte ich nur die Möglichkeit, dorthin zurückzukehren, ich würde es tun – ohne eine Sekunde nachzudenken.

 

It’s a small world, after all: Es ist kein Gerücht – Paris ist die schönste Stadt der Welt. Auch wenn man nur 30 Stunden dort verbringt. Rein in das Flugzeug, Landeanflug auf eine glitzernde Welt, inmitten derer der Eiffelturm aufragt, aus der Luft viel kleiner, als man ihn gewöhnt ist. Eine Nacht im lustigsten Einsternehotel der Welt, fast ein Motel, die Zimmer gehen auf ein Freilufttreppenhaus raus und die Wand ist aus amerikanischer Pappe. Morgens im wunderbar ruhigen Paris, typisches Frühstück mit buttrig-knusprigem Croissant und Kaffee zum Reintunken, der Eiffelturm steht direkt um die Ecke. Ein bisschen spazieren gehen, hier ein Selfie, da ein Selfie. Nächste Station: Carrefour, die größte Sehenswürdigkeit eines Landes sind die Supermärkte, erkläre ich und schnappe mir eine Packung Madeleines. Unser eigentliches Ziel: Disneyland. Eine andere Welt. Glitzer, Achterbahnen, Mickey Mouse, schon lange war ich nicht mehr hier, aber alles ist noch genauso berauschend wie damals mit acht Jahren. Und als ich um sechs Uhr morgens wieder im Flugzeug sitze, nach aufregenden 30 Stunden, da weiß ich: bald komme ich wieder. Bald, Paris.
Bevor wir fallen, fallen wir lieber auf!: Es gibt irgendwie die Zeit vor dem Festival und die nach dem Festival. Davor ist alles ein bisschen verschwommen, ein bisschen grau, ein bisschen Alltag.
Danach ist anders. Die Haut ist sonnenverbrannt, die Füße kaputtgetanzt, überall blaue Flecken und Kratzer, im Gesicht ein breites Grinsen, das nicht mehr verblassen will und so viele Erinnerungen im Kopf. Kalte Ravioli und Gelächter zu Xenonschein, Gelächter mitten im Moshpit, Gelächter noch bei der müden Heimfahrt. Unglaubliche jahrtausendealte Berge als Kulisse und wir mit unserem Eiskaffee davor, die Mittagshitze brennt bis in den Magen, aber wir springen lachend in den Bach, bis die Füße gefroren sind. „Chiemsee Summer“, das Band von diesem Jahr ist pink und trägt nach zwei Tagen schon Spuren vom Getanze zu Sum 41, AnnenMayKantereit, Steve Aoki. Fünfminutenterrinen und lauwarmes Radler zu jeder unmöglichen Tages- und Nachtzeit, Gekicher über Knutschflecken und die dämlichste Musik des ganzen Campingplatzes, abrocken getragen auf den Schultern der anderen, über der Menge. Wir fühlen uns wie ein Feuerwerk und wissen jetzt schon, das war nicht das letzte Mal Chiemsee.

Mountain Love: Ich weiß nicht, woher das kommt, aber plötzlich bin ich nicht zu halten, ich möchte jeden Sonnentag in den Bergen verbringen, einen Gipfel erklimmen und dann die Aussicht genießen, am besten mit einem guten Buch oder einem schönen Menschen, und jedes Wochenende auf’s Neue zieht mir der Regenvorhang einen dicken grauen Strich durch die Rechnung. Das Schönste war ein Septemberwochenende in den Bergen, eine kleine gemütliche Hütte hoch über dem Wanderweg, zwei Shetlandponys und einer Aussicht, für die manch einer töten würde. Bergluft macht frei im Kopf, sagte mir einst ein weiser Mensch, und scheinbar ist bei mir doch ein Teil dieser Wahrheit im Herz hängengeblieben – bald, bald geht’s wieder auf in die Alpen. Noch zehn Tage und die Wanderstiefel warten schon ungeduldig in der Ecke.
Septembernachmittage: Jetzt ist schon fast wieder Herbst, die Luft riecht zumindest wieder so, mehr nach rostroten Blättern als nach Kräutern und Stroh und wir schreiben September. Dass die Zahlen auf dem Thermometer immer noch nach Sommer aussehen, finde ich ganz toll, denn noch habe ich keine Lust, mich endgültig vom Sommer zu verabschieden. Eis essen mit alten Freunden in der kleinen Stadt, die Kalorien danach wieder runterschwitzen und mit dem Fahrrad lachend durch die Gegend düsen. Die Kinoabende leben wieder auf, nach dem Sommerloch kommt ein guter Film nach dem anderen und Nachos mit Käsesauce zusammen mit Freunden vor der Leinwand sind immer noch das Beste nach einem langen Tag. Suicide Squad, Nerve, Mike and Dave, die Liste ist endlos und wird wahrscheinlich nie aufhören, und vielleicht freu ich mich doch auf die Wintertage, wenn die Lieblingsdisco wieder öffnet und die Tasse für den heißen Kakao tagtäglich neben dem Laptop steht, weil Schreiben bei Regen und Kakao immer noch unschlagbar ist.

 

►❚❚ Tagebuchmodus aus

Bald beginnt das neue Semester, mein drittes nun, und bald fangen auch neue Aufgaben für mich an. Der NaNoWriMo startet zum 1. November, und dieses Mal stehe ich mit auf der Teilnehmerliste – in den nächsten drei Tagen werde ich mein Herzensprojekt endgültig fertigplotten und dann innerhalb von 30 Tagen niederschreiben. Ein Kurzurlaub ist auch schon wieder geplant – die Travelguides stapeln sich auf meinem virtuellen Schreibtisch und ich verspreche euch, bald werde ich Bericht erstatten!

 

‚They’re teaching me to kill, but wo’s teaching me how to love? Now baby, isn’t that crazy?‘
-My Chemical Romance

Die Volume-Posts. Hier kommt der ganze random stuff der letzten Zeit, über den ich so nachdenke, mich freue, mich aufrege. Und Zitate, die ich gerade gut finde. Denn meine Zitatesammlung füllt mittlerweile über zwei Notizbücher und nie hab ich Gelegenheit, sie irgendwo anzubringen. Und gute Zitate müssen meiner Meinung nach verbreitet werden. Oder?

Habts es schee!
Marianne

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